Diese Kaffeepause ist eher ein Zmorge-Kaffee und man kann ihn nicht riechen, denn Peter Schiltknecht gibt Auskunft am Telefon. Er macht rasch in St.Gallen an der Olma Pause vom täglichen, frühen Kontrollgang durch die Sonderausstellung des Kantons Solothurn in der Halle 9.1.2. Er habe eben eine Affinität zu Ausstellungen, sei es als Besucher, oder auch als Gestalter, ist Schiltknechts Erklärung, warum er zusammen mit Sonja Weber und Markus Daeppen diese Sonderausstellung konzipiert hat.

«Eine wunderbare Gelegenheit», schwärmt er. «Niemand hat mir reingeredet, keiner wollte mich beeinflussen, weder der OK-Präsident noch die Olma-Leitung.» Man habe ihm Vertrauten geschenkt und wohl gewusst: «Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig und professionell». Das sei immer seine Devise gewesen. Und er setzt selbstbewusst hinzu: «Wenn man mich dann auch arbeiten lässt, kommts auch gut.» So habe er es als gelernter Typograf auch immer während seiner Tätigkeit als Leiter der kantonalen Drucksachen- und Lehrmittelzentrale des Kantons Solothurn gehalten.

Reduktion auf das Wesentliche

Der Auftrag an Schiltknecht war klar: Der Kanton Solothurn soll an der Olma dargestellt werden. Ihn als gebürtigen Ostschweizer habe diese Aufgabe besonders gereizt. «Wenn man Solothurn hört, stellen sich die meisten Leute immer nur die Stadt Solothurn vor. Das ist aber zu wenig für diesen vielfältigen Kanton und das wollte ich zeigen. Gleich war klar, dass man in einer solchen Ausstellung nicht alles zeigen kann. «Man muss sich beschränken, reduzieren auf das Wesentlichste.»

Und so hat Schiltknecht die Grundidee entwickelt, nur die «Leuchttürme» des Kantons zu zeigen. «Nur das, was national, europa- oder weltweit aus dem Kanton Solothurn eine Bedeutung hat.» So wurde die Auswahl kleiner, aber feiner. «Eine glückliche Fügung ist, dass sich solche «Leuchttürme» verteilt auf den ganzen Kanton finden lassen», schwärmt Schiltknecht. «Jeder ist einzigartig und keiner stört den anderen».

Er sei früher auch hin und wieder zu Besuch an der Olma gewesen, sagt er, doch er sei kein Olma-Fan. «Es ist mir zu lärmig und zu laut hier». Gerade auch deshalb habe es ihn gereizt, mit seiner Ausstellung einen Gegenpol zu schaffen. «Unsere Ausstellung ist eine Insel. Das wird uns auch vom Publikum gesagt.» Hier drinnen können sich Auge und Ohr erholen. Ein Bedürfnis vieler Olma-Besucher. «Ich stehe oft im Eingangsbereich und höre was die Besucher sagen, wenn sie rein oder rausgehen.

Es hat sich schon herumgesprochen, dass wir hier etwas Besonderes zeigen, denn viele kommen auf Anregung von Bekannten hierher. ‹Do muesch ine›, sagen sie dann untereinander.» Und es seien nicht nur die Solothurner, die kommen. «Ich kenne die Dialekte der Ostschweizer. Da hat es auch schon Vorarlberger oder Deutsche darunter. Was kann uns Besseres passieren, als Mund-zu-Mund-Propaganda.»

Alle Hände voll zu tun

Schiltknecht hat einen Lieblingsplatz in der Ausstellung. Es sind die Hörkelche, die in unterschiedlichen Höhen an einer Wand angebracht sind. Dort sind Solothurner Töne zu hören. «Kürzlich stand ein älterer Mann davor und wollte in die Kelche hineinschauen. Er rief aus: ‹Ich sehe nichts›, und wir sagten ihm, er müsse seine Ohrmuschel daran halten, es gebe was zu hören. Da rief er: ‹Jetzt seh’ ichs.›»

Solche und weitere Episoden könnte Schildknecht momentan noch viele erzählen, denn er ist täglich – bis kommenden Sonntagabend – auch noch damit beschäftigt, Gruppen durch die Ausstellung zu führen. Ganz unterschiedliche Leute kämen da: Serviceclubs, Olma-Mitarbeiter, Familienverbände, Frauengruppen. Täglich ab 9.30 Uhr gehts los mit den Führungen. Deshalb sei jetzt auch schon Schluss mit Kaffee trinken und reden.

Schiltknecht und seine fünf Mitarbeiter im Team haben jetzt noch die Aufgabe, alle Geräte zu prüfen, Stolperfallen am Teppichboden zu eliminieren, oder die Vitrinen zu putzen. «Es ist eine tolle Zeit, die wir hier verbringen. Noch niemand hat etwas in der Ausstellung bemängelt. Die Komplimente fangen manchmal fast an, wehzutun», witzelt Schiltknecht.