Die Flüchtlingswellen aus Afrika mindern, indem der lokalen Bevölkerung Zukunftsperspektiven geboten werden: Das hat sich eine schweizerisch-togolesische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Grenchen zum Ziel gemacht. Die 2001 gegründete MVCP Togo (Mission des Volontaires contre la Pauvreté) verfolgt dabei einen eigenen Ansatz: Das Standbein in der Schweiz kümmert sich um das Spendensammeln, es begleitet und betreut die Projekte in Togo lediglich.

Geführt werden diese von togolesischem Fachpersonal. «Wir suchen keine Zusammenarbeit nach dem Motto ‹Wir schlauen Schweizer zeigen euch wie’s geht›», sagt Peter Emmenegger, Präsident von MVCP Togo, «unsere togolesischen Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet und können ihr Wissen in ihrer Sprache viel besser weitergeben als wir Schweizer.»

Togo liegt in Westafrika und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Fünf Millionen Einwohner leben auf einer Fläche, die zirka ein Drittel grösser ist als die der Schweiz. Die Wirtschaft des Landes ist wenig entwickelt, es gibt weder Industrie noch Tourismus. Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 32 Dollar pro Monat liegt es weit unter der von der UNO definierten Grenze der absoluten Armut von 60 Dollar pro Kopf.

Rund 70 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. MVCP Togo hat das Hauptaugenmerk deshalb auf die Ausbildung in modernen Anbaumethoden gelegt. Ihre Arbeit teilt sich auf drei Bereiche auf: der Ausbildungsförderung begabter junger Menschen, der Dorfentwicklung mit Ausbildung für Bauern und Bäuerinnen sowie der Bewirtschaftung einer eigenen Farm, wo ebenfalls Bauern und Bäuerinnen geschult werden.

Erstes Crowdfunding

Nun muss ein ausrangiertes Fahrzeug dringend ersetzt werden. «Motorrad und Wagen bilden das Rückgrat der täglichen Verbindung unserer Fachleute zu den auszubildenden Bauern. Autos haben dabei den grossen Vorteil, dass Dünger und Saatgut mitgenommen werden können», sagt Peter Emmenegger.

Es ist das erste Mal, dass MVCP Togo zur Finanzierung Crowdfunding benutzt. Die Aktion startete am 1. September und dauert 100 Tage. «Es kostet nichts, ausser Zeit und ist einen Versuch wert.» Peter Emmenegger bleibt jedoch realistisch. Dass der ganze Betrag von 25 000 Franken zusammenkomme, denkt er nicht.

Dennoch unternimmt er alles, um die Crowdfundingaktion möglichst breit zu streuen. Facebook, Instagram, Mails, Briefkastenwerbung, nichts bleibt unversucht für die Landbevölkerung in Togo.

Informationen finden sich auf der Website von MVCP Togo www.mvcp.ch oder auf der Seite des Crowdfundings www.100-days.net.