Kanton Solothurn
Projekt «Donna» startet: Frauen ab 50 werden zu Mammografie-Screening eingeladen

Im Oktober startet im Kanton Solothurn das Mammografie-Screening-Programm «Donna». Damit soll Brustkrebs frühzeitig erkannt werden.

Rebekka Balzarini
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Brustkrebsscreenings sollen im Kanton häufiger durchgeführt werden.

Brustkrebsscreenings sollen im Kanton häufiger durchgeführt werden.

Keystone

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Laut der Krebsliga erkranken in der Schweiz pro Jahr rund 6'200 Frauen an Brustkrebs, das macht rund einen Drittel aller Krebsdiagnosen in der weiblichen Bevölkerung aus. Oder anders: Jede achte Frau erkrankt an Brustkrebs.

Besonders betroffen sind ältere Frauen. Rund 80 Prozent der Patientinnen, die erkranken, sind laut der Krebsliga über 50 Jahre alt.

Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto erfolgversprechender ist eine Behandlung. Eine der wichtigsten Methoden, um Brustkrebs früh zu erkennen, ist die Mammografie, also eine Röntgenaufnahme der Brust. Damit können bereits auch Tumore erkannt werden, die durch Abtasten der Brust noch nicht spürbar sind.

Start eines Programms für Früherkennung

Um die Früherkennung im Kanton Solothurn zu fördern, wird im Oktober das Programm «Donna» gestartet: Ein Programm der Krebsliga Ostschweiz, das zum Ziel hat, dass möglichst viele Frauen eine Mammografie machen lassen.

Im Rahmen von «Donna» werden alle Frauen zwischen dem 50. und dem 74. Lebensjahr schriftlich zu einem Mammografie-Screening eingeladen, schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung zum Programm. Die Einladungen werden etappenweise ab Ende September 2020 versandt. Den Frauen wird ein provisorischer Termin in einem Röntgeninstitut in ihrer Wohnnähe vorgeschlagen, zertifizierte Standorte für Mammografie gibt es im Kanton in den Kantonsspitälern in Olten, Dornach und Solothurn sowie im radiologischen Zentrum Rodiag in Olten.

Die vorgeschlagenen Termine können die Frauen freiwillig wahrnehmen. Die Kosten von rund 200 Franken für das Screening übernimmt zu einem grossen Teil die Krankenkasse, den Patientinnen wird ein Selbstbehalt von 10 Prozent berechnet. Das Programm läuft im Auftrag des Kantons, der sich im vergangenen Jahr für «Donna» entschieden hat.

Die Krebsliga Ostschweiz führt das Mammografie-Screening-Programm bereits seit zehn Jahren in den Kantonen St. Gallen und Graubünden durch, seit zwei Jahren im Kanton Bern. Die Kosten für das Programm, das auf zehn Jahre ausgelegt ist, belaufen sich für den Kanton Solothurn auf rund 2,75 Millionen Franken, vor rund einem Jahr hat der Kantonsrat diesen Betrag mit einer grossen Mehrheit bewilligt.

Hinweis: Eine öffentliche Informationsveranstaltung findet statt am 15.10.2020 um 18.30 Uhr im Alten Spital Solothurn, Oberer Winkel 2, 4500 Solothurn.