Solothurner Spitäler

«Probleme mit dem Salz-Wasser-Haushalt treten bei Hitze am meisten auf»

soH-Sprecher Hannes Trionfini: «Besondere Vorkehrungen sind seitens des Notfallzentrums nicht notwendig.»

soH-Sprecher Hannes Trionfini: «Besondere Vorkehrungen sind seitens des Notfallzentrums nicht notwendig.»

Derweil Universitäts- und Zentrumsspitäler einen Ansturm auf ihre Notfallstationen erwarten, geben sich die Solothurner Spitäler gelassen. Nicht ohne Empfehlungen, wie der Spitalbesuch vermieden werden kann. Mediensprecher Hannes Trionfini erklärt, wie es geht und worauf zu achten ist.

Hannes Trionfini, ist die anrollende Hitzewelle für die Solothurner Spitäler «business as usual» Oder wurden besondere Vorkehrungen getroffen – beispielsweise im Notfall des Bürgerspitals?

Hannes Trionfini: Die sich ankündigende Hitzewelle ist mittlerweile etwas, worauf man sich einstellen muss. Besondere Vorkehrungen sind seitens des Notfallzentrums nicht notwendig, da aufgrund des damit verbundenen guten Wetters und der häufig zeitgleich vorliegenden Ferien die Auslastung ohnedies nicht so stark ist wie beispielsweise im Herbst oder zur Grippezeit.

Das ist die ambulante Situation. Wie sieht es stationär aus?

Auch da sind keine besonderen Vorkehrungen getroffen worden. Alle Patienten, die stationär bleiben müssen, werden durch die bereits bestehenden Teams behandelt.

Wie wirken sich lange Hitzeperioden auf den Spitalbetrieb aus? In Bezug auf den Notfall, aber auch für die stationären Patienten?

Unsere Forschungsgruppe konnte 2014 in einer grossen Analyse an über 2000 Patienten in Bern zeigen, dass sich längere Hitzephasen – länger als drei Tage am Stück mit mehr als 30 Grad Celsius – durchaus auswirken können: So ist es einerseits so, dass das Auftreten von Störungen im Salz- und Wasserhaushalt signifikant zunimmt gegenüber Tagen mit normaler Temperatur, andererseits ist es tatsächlich so, dass die Sterblichkeit im Spital in solchen Phasen zunimmt.

Konkret?

Es ist zu erwarten, dass mehr Patienten Störungen im Salz-Wasser-Haushalt haben werden. Die entsprechenden Vorbereitungen sind getroffen worden. Wie die Patienten leidet auch das Personal unter der Hitze. Wichtig sind da eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gutes Lüften der Zimmer nachts, leichte aber professionelle Kleidung und das Bewusstsein, dass die übergrosse Hitze die Konzentration beim Arbeiten beeinflussen kann.

Sagen Sie uns: Welche Erfahrungen brachte der Hitzesommer 2018 für die diesjährige Welle?

Es ist zentral, während Phasen grosser und länger andauernder Hitze auf die Hydrierung, also ausreichendes Trinken zu achten. Aber damit allein ist es nicht getan, denn auch Salz geht durch vermehrtes Schwitzen verloren.

Welche Probleme treten am häufigsten auf? Und bei welchen (Risiko-)Patienten?

Eindeutig Probleme mit dem Salz-Wasser-Haushalt! Häufig ist eine Anpassung der Medikation notwendig, gerade wassertreibende Medikamente müssen in Hitzeperioden jeden Tag evaluiert und eventuell in der Dosis reduziert werden.

Gibt es spezifische Empfehlungen für das Personal?

Die Arbeitsgruppe Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz publiziert monatlich einen Sicherheitstipp. Derjenige im Juni befasst sich mit dem Thema «Trinken». Im Juli folgt dann die Empfehlung, dass trotz der Hitze geeignetes Schuhwerk getragen werden soll. Flipflops sind zum Beispiel ungeeignet, da sie das Risiko von Stolper- und Sturzumfällen erhöhen.

Wirkt sich die Grossbaustelle auf dem Areal in dieser Periode negativ aus?

Nein, die Grossbaustelle ist ein in sich abgeschlossenes, eigenes Projekt.

Welche Vorteile wird der Spitalneubau klimatisch bieten?

Der Neubau ist im Minergie-Standard gebaut. Sehr gute Isolation und absorbierendes Glas halten die Wärme ab. Ergänzend können sämtliche Zimmer und Räume mit Lüftung, aber auch Kühldecken und -böden temperiert werden. Die Wärmeenergie wird durch die Aarewasser-Nutzung abgeführt.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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