Alle zwei Monate bestellt die Solothurner Motorfahrzeugkontrolle neue «Numeros». «Pro Jahr werden 2000 bis 2500 neue Kontrollschilder hergestellt», sagt Kenneth Lützelschwab, der Chef der Solothurner Motorfahrzeugkontrolle.

Jetzt hat der Kanton den Auftrag für die Herstellung der Schilder bis 2022 vergeben. Den Zuschlag erhalten hat, allfällige Einsprachen vorbehalten, die Firma Stebler Blech AG aus Nunningen. Nicht jedes Unternehmen darf solche Schilder herstellen: Strassenschilder tragen Schweizer und kantonale Hoheitsabzeichen.

Zumindest deren Produktion muss in der Schweiz erfolgen. Und weil mit den Kontrollschildern auch Missbrauch betrieben werden könnte, müssen die Hersteller noch weitere Anforderungen erfüllen: Der Produktionsprozess ist abgetrennt, sodass auch im Herstellerbetrieb nicht einfach jeder Mitarbeiter Zugang zur Produktion hat.

Hoher Motorisierungsgrad

Inzwischen ist man im Kanton bei «SO 190'000» für die Motorwagen mit weissem Kontrollschild angekommen. «In ungefähr vier Jahren werden wir beim Kontrollschild Nummer 200'000 angelangt sein», sagt Kenneth Lützelschwab.

Zugelassen sind im Kanton Solothurn – Stand Ende Juni – 157'129 Personenwagen, 2008 waren es 135 941, im Jahr 1990 dagegen erst rund 100'000 Personenwagen.

Noch deutlicher ist die Entwicklung, wenn man etwas weiter zurückblickt. In der Schweiz stieg der Motorisierungsgrad (die Anzahl Personenwagen pro 1000 Einwohner) laut dem Bundesamt für Statistik zwischen 1970 und 2016 von 221 auf 543. In Italien sind es 610 Fahrzeuge je 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, in Frankreich zählen die Statistiker 483. In Genf und Basel-Stadt liegt die Dichte mit 344 bzw. 457 Fahrzeugen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner schweizweit am tiefsten. Den höchsten Motorisierungsgrad haben laut den Statistikern Zug (648) und Schwyz (639). In Solothurn sind es rund 575.

Netter Zuschuss für die Staatskasse

Wer ein Auto neu einlöst, muss aber nicht zwangsweise mit «SO 186'441» herumfahren. Wer etwas mehr Geld im Sack hat, kann sich auch ein drei- oder vierstelliges Nummero kaufen. Diese lagern in grosser Zahl in den Depots der MFK, wie deren Website zeigt. Dort sind die verfügbaren Schilder aufgelistet. 3000 Franken zahlt, wer ein dreistelliges Kennzeichen an seinem Auto spazierenfahren will.

1500 Franken sind es in der Regel für die vierstelligen. Allerdings gibt es immer wieder Aktionen, wie auch derzeit: Bis Anfang August sind vierstellige Nummern für 900 Franken erhältlich. Ein gewöhnliches fünf- oder sechsstelliges Kontrollschild kostet dagegen 50 Franken, bzw. 200 Franken, wenn ein spezifisches Schild gewünscht wird.

Während nur gerade fünf dreistellige Schilder erhältlich sind («SO 873», «SO 934», «SO 937», «SO 973» und «SO 982»), sind derzeit weit über tausend vierstellige Nummern frei. Wer aber denkt, die Nachfrage wäre gering, irrt. «Sie ist von Jahr zu Jahr in etwa gleich hoch», sagt MFK-Chef Lützelschwab. 2015 machte der Kanton mit den spezifischen Kontrollschildern 527'000 Franken mehr Bruttoertrag. 2016 spülte der Wunsch, mit speziellen Zahlen am Fahrzeug unterwegs zu sein, 556'000 Franken mehr Ertrag in die Staatskasse.