Die zunehmende private Konkurrenz wie auch die nicht ganz einfache finanzielle Situation wird die Spitex-Organisationen im Kanton Solothurn und deren Kantonalverband in den nächsten Jahren beschäftigen. Neben diesen zwei Schwerpunkten standen die Vorstandswahlen im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung des Spitex-Verbands Kanton Solothurn, die am Donnerstag im Kantonsspital Olten stattfand.

Nicht nur Politikerfloskeln

Kantonsratspräsident Peter Brotschi betonte in seinem Grusswort, es sei nicht bloss eine Politikerfloskel, wenn er sage, wie wichtig die Arbeit der Spitex sei. Dies habe er in den vergangenen Monaten in seinem eigenen familiären Umfeld gesehen. Wenn es die ambulante Pflege nicht gäbe, müsste man sie neu erfinden. «Es ist wirklich gut, dass es die Spitex gibt.»

Nachdem die «üblichen» statutarischen Geschäfte problemlos über die Bühne gegangen waren, stellte Präsidentin Sigrun Kuhn-Hopp den Jahresbericht 2013 vor. Dabei fällt auf, dass die Dienstleistungsstunden in den letzten Jahren leicht rückläufig waren. Dies hängt unter anderem mit der Einführung der Patientenbeteiligung zusammen, andererseits auch mit der wachsenden privaten Konkurrenz.

Ebbe in der Verbandskasse

Die Verbandsrechnung 2013 weist ein Minus von rund 30 000 Franken auf, dies war auch so budgetiert. Der Verlust kann zwar über das Eigenkapital abgebucht werden. Dies könne aber nicht die Lösung für die Zukunft sein, meinte das für die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Jacques Schori.

Im Tätigkeitsprogramm 2015 hob die Präsidentin die Spitex-Strategie 2020 hervor. Bis dann würden rund 12 000 Menschen mehr im Kanton leben, die im Rentenalter stehen. Es werde auch eine Vermischung der Akteure im Altersbereich geben. Dem gelte es Rechnung zu tragen, die Strukturen müssten angepasst werden.

Beitragserhöhung verschoben

Jacques Schori präsentierte für das Jahr 2015 ein ausgeglichenes Budget. Dies sei aber nur mit einer Erhöhung der Mitgliederbeiträge zu erreichen. Der Vorstand stellte den Antrag, den Sockelbeitrag von 600 auf 800 Franken zu erhöhen und den Betrag pro Dienstleistungsstunde von 39 auf
55 Rappen anzuheben.

Dies stiess bei den Delegierten zwar auf Verständnis, trotzdem wollte man die Kröte nicht so einfach schlucken. Die Verhandlungen der Spitex-Organisationen mit den einzelnen Gemeinden für das kommende Jahr seien längst abgeschlossen, und die teilweise recht starke Belastung könne man nicht sel-ber tragen. Es wurde beantragt, die Erhöhung erst auf das Jahr 2016 vorzunehmen. Gleichzeitig wurde der Vorstand aufgefordert, den einzelnen Organisationen die geplante Erhöhung im Frühsommer zu kommunizieren. Das bereinigte Budget sieht nun einen Verlust von rund 70 000 Franken vor, auch diesen könne man noch mit dem Eigenkapital auffangen, so Finanzchef Schori.

Wechsel im Vorstand

Zwei Vorstandsmitglieder sind zurückgetreten, zudem sollte das Gremium von sechs auf sieben Mitglieder aufgestockt werden. Aus diesem Grund gab es drei Neukandidaturen. Die Präsidentin wurde problemlos wiedergewählt. Auch die bisherigen Mitglieder Yvonne Berner (Spitex Wasseramt), Rita Mosimann (Spitex Gäu) und Jacques Schori (Spitex Derendingen) schafften die Wiederwahl. Neu ergänzen Hardy Jäggi (Spitex Wasseramt) und Mili Marti-Vögtli (Spitex Aare-Nord und Spitex Bucheggberg) den Vorstand. Irene Grolimund (Spitex Trimbach) verpasste den Einzug knapp.

Bea Heim verabschiedet

Sigrun Kuhn ehrte die beiden zurückgetretenen Vorstandsmitglieder, Nationalrätin Bea Heim und Pierre Bürki. Heim habe sich national, kantonal und auf Gemeindeebene stets für den Verband engagiert. Zum Schluss betonte Kuno Tschumi, Gemeindepräsident Derendingen und Präsident des Verbands der Einwohnergemeinden, dass die Gemeinden hinter der Spitex stehen. Diese sei ein wichtiger Standortvorteil für die Kommunen, auch dies sei keine Politikerfloskel.