Prioritätensetzung
5 Prioritäten: So sieht die Solothurner Impfstrategie aus

Nach welcher Strategie wird im Kanton Solothurn geimpft? Das wird in einem Dokument festgehalten.

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Unter anderem wird in Olten geimpft. (Archiv)

Unter anderem wird in Olten geimpft. (Archiv)

Bruno Kissling

Obwohl gemäss des im Kanton geltenden Öffentlichkeitsprinzips alle relevanten Dokumente der Bevölkerung frei zugänglich sein sollen, wurde die Solothurner Impfstrategie der Redaktion erst auf mehrfaches Nachfragen per Mail zugestellt.

Das aktuell gültige Dokument des Kantons stammt vom 6. Januar 2021 und beruht weitgehend auf den Vorgaben, die das Bundesamtes für Gesundheit am 17. Dezember des vergangenen Jahres herausgegeben hat. Somit strebt auch der Kanton Solothurn eine Risikogruppen-Impfstrategie an.

Zielgruppen nach Priorität:

  1. Besonders gefährdete Personen (Erwachsene älter als 65 Jahre; Erwachsene unter 65 Jahre mit Vorerkrankungen). In der Praxis wurde die Alterslimite zunächst auf 75 Jahre angehoben.
  2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen.
  3. Enge Kontakte von besonders gefährdeten Personen (erwachsene Haushaltsmitglieder).
  4. Erwachsene in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko.
  5. Alle Erwachsenen, die sich impfen lassen wollen.

Zwischen 300 und 900 Impfungen täglich

Stand heute wurden im Kanton gut 42'000 Impfdosen verabreicht. Pro Tag kommen zwischen 300 bis 900 Impfungen dazu. Der in der aktuell geltenden Solothurner Impfstrategie vorgegebene zeitliche Fahrplan kann somit nicht eingehalten werden, da durch den Bund deutlich weniger Impfdosen angeliefert werden, als ursprünglich angenommen.

Die täglichen Impfkapazitäten im Kanton wären viel höher als die aktuellen Zahlen. Zudem ist geplant, dass ab April auch in ausgewählten Arztpraxen geimpft werden darf, um die Kapazitäten weiter zu steigern.

Laut Angaben des kantonalen Gesundheitsamtes ist mittlerweile die Impfung der Gruppe mit der ersten Priorität abgeschlossen – soweit sich diese Personen angemeldet hatten. Dabei konnte auf die Unterstützung von Institutionen wie zum Beispiel der Lungenliga gebaut werden, die mit den Risikogruppen im Kontakt stehen. Auch das Personal und die Bewohner der Alters- und Pflegeheime sind durchgeimpft, sofern diese Personen impfwillig waren.

Derzeit ist der Kanton dabei, die Gruppen mit Priorität 2 und 4 zu impfen. Zur Priorität 3 gibt es keine Angaben. Der laut Impfstrategie auf Anfang April geplante Start mit allen impfwilligen Personen wird laut Gesundheitsamt in wenigen Wochen beginnen.

Die neusten Erhebungen des Bundesamtes für Statistik, wonach einerseits die Infektionszahlen leicht steigen, die Hospitalisierungen und die Belegung der Intensivstationen leicht und die Todesfallzahlen sogar sehr stark sinken, sind bisher nicht in die kantonale Impfstrategie eingeflossen. (hps)

Die Kantonale Impfstatistik finden Sie online