Prestigeprojekt
Healthtech-Start-up Qumea gewinnt wichtigen Solothurner Innovationspreis

Die Baloise Bank SoBa zeichnet Qumea mit dem InnoPrix aus. Das Solothurner Healthtech-Start-up ist ein Vorzeige-Projekt. Die gesamte Wertschöpfung findet im Kanton Solothurn statt, Hardware und Software werden hier gemacht.

Sébastian Lavoyer
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Cyrill Gyger (Mitte), CEO der Qumea AG, bei der Verleihung des InnoPrix 2021 im Oltner Stadttheater. Flankiert wird er von Jürg Liechti, Präsident des Stiftungsrates (links), und Jürg Ritz, Geschäftsführer der Stiftung und CEO der Baloise Bank SoBa.

Cyrill Gyger (Mitte), CEO der Qumea AG, bei der Verleihung des InnoPrix 2021 im Oltner Stadttheater. Flankiert wird er von Jürg Liechti, Präsident des Stiftungsrates (links), und Jürg Ritz, Geschäftsführer der Stiftung und CEO der Baloise Bank SoBa.

Bruno Kissling

Das Solothurner Start-up Qumea reitet weiter auf der Welle des Erfolgs. Erst 2019 gegründet, hat das Digital-Health-Care-Start-up diesen Frühling fast 2 Millionen Franken von Investoren zugesprochen bekommen, um insbesondere die internationale Expansion voranzutreiben. Jetzt wird das Start-up mit Sitz in Solothurn von der Baloise Bank SoBa mit dem seit Ende der 80er-Jahre verliehnen InnoPrix ausgezeichnet.

Der Preis ist mit 25'000 Franken dotiert. Qumea tritt die Nachfolge der Smartflyer AG an, die den Preis 2020 mit ihrem Elektro-Flugzeug SFX1 gewinnen konnte. Unter den Vorgängern sind Firmen wie Eventfrog oder SwissShrimps. Ihnen allen gemein ist, dass sie sich Innovation nicht bloss auf die Flagge schreiben, sondern diese leben.

Die vom 3D-Radar gemessenen Bewegungsdaten werden auf der Qumea-App aufbereitet.

Die vom 3D-Radar gemessenen Bewegungsdaten werden auf der Qumea-App aufbereitet.

Zvg / Solothurner Zeitung

Qumea reiht sich hier nahtlos ein. Die Solothurner haben ein 3D-Radar entwickelt, der Bewegungen misst. Je nachdem wie sensibel der Radar eingestellt wird, löst der Sensor in der dazugehörigen App einen Alarm aus. So können Patienten in Spitälern und Pflegeeinrichtungen überwacht werden, ohne dass jemand neben ihnen sitzt und sie beaufsichtigt. Denn sobald ein Patient unruhig wird, wird das Pflegepersonal alarmiert.

Ein Sturz im Spital verursacht durchschnittliche Kosten von 30'000 Franken

Das Bedürfnis nach technologischer Unterstützung ist gross. Alleine in Schweizer Spitälern gibt es jährlich rund 60'000 Stürze. Jeder diese Stürze kostet im Schnitt 30'000 Franken. Mit jedem Sturz der verhindert werden kann, werden also Zehntausende Franken eingespart.

Wie die SoBa mitteilt, habe Qumea den technologischen Mehrwert ihres Produkts und ihrer Dienstleistung bereit in zwölf Institutionen unter Beweis stellen können – von Akutspitälern über psychiatrische Institutionen bis hin zu Pflegeheimen reicht die Kundschaft. Die SoBa dazu:

«Einmal getestet, möchten die bisherigen Kunden Qumea nicht mehr hergeben.»

Man habe die Stürze signifikant reduzieren können. Die Technologie habe zudem zu einer spürbaren Entlastung im hektischen Pflegealltag beigetragen. Gerade in den oft dünn besetzten Nachtschichten.

Geschäftsführer Cyrill Gyger gewinnt mit seinem Start-up Qumea den Innoprix der SoBa.

Geschäftsführer Cyrill Gyger gewinnt mit seinem Start-up Qumea den Innoprix der SoBa.

Tom Ulrich / Fotomtina / Solothurner Zeitung

Das Unternehmen wurde 2019 in Solothurn gegründet und beschäftigt mittlerweile zwölf Personen. Wobei man gerade in einer Wachstumsphase steckt. Davon profitiert auch der Kanton Solothurn. Denn Qumea ist es ein Kernanliegen, dass ihre Hard- und Software nicht nur «Swiss Made» ist, sondern «Solothurn Made». Die gesamte Wertschöpfung findet im Kanton statt.

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