Der Preisüberwacher hat eine Untersuchung zur Struktur und zum Niveau der Preise von 29 Fernwärmeanbietern der Schweiz durchgeführt. Bei der AEK Energie AG hat er festgestellt, dass diese «unabhängig vom Verbrauchsprofil allen Kunden vergleichsweise hohe Preise» verrechnet. Gründe für die laut Preisüberwacher extrem variierenden Preise unter den Anbietern seien Unterschiede beim Wärmeträger, Leitungsführung, Bezugsgrösse der Abnahme oder die Abschreibungsdauer.

Was sagt die AEK zum Fazit des Preisüberwachers? Bruno Jordi, Bereichsleiter Erneuerbare und Energieeffizienz, betont, dass die Fernwärme im Vergleich mit anderen Energieträgern wie Gas oder Wärmepumpe grundsätzlich noch immer preiswert sei. Er kritisiert, dass in der Erhebung des Preisüberwachers nur Grund- und Energiepreise eingeflossen seien, aber nicht die Anschlussgebühren. «Da werden nicht Äpfel mit Äpfeln» verglichen.

So lange nicht alle wesentlichen Faktoren berücksichtig werden, sei der Vergleich nicht brauchbar. Der Bericht enthalte zudem Fehler. Im Fernwärmenetz der AEK Energie AG Luterbach hängt der Arbeitspreis nicht von der Preisentwicklung der drei Energieträger Holz, Öl und Strom ab, wie geschrieben. «Sondern einzig vom Landesindex der Konsumentenpreise», so Jordi.

Dass die Anschlusspreise nicht in die Berechnung einbezogen wurden, bestätigt Jörg Christoffel von der Preisüberwachung. «Objektiv gesehen sind die Preise der AEK hoch», hält er trotzdem fest. Hohe Preise, sagt er allerdings, seien für den Preisüberwacher insbesondere dann störend, wenn sie auf Ineffizienz oder übermässig hohe Gewinne zurückzuführen seien. Dazu könne er bei der AEK jedoch nichts sagen, da bis dato keine weitergehende Analyse gemacht worden sei. (lfh)