Wachstum
Prämien steigen im Kanton Solothurn unterdurchschnittlich – so viel bezahlen Sie neu bei Ihrer Kasse

In der gesamten Schweiz wachsen die Prämien 2019 im Schnitt um 1,2 Prozent. Davon profitieren vor allem junge Erwachsene.

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Personen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen im nächsten Jahr durchschnittlich 49,2 Franken weniger pro Monat.

Personen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen im nächsten Jahr durchschnittlich 49,2 Franken weniger pro Monat.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Für einmal hatte der Bundesrat gute Neuigkeiten parat. Die Prämien für junge Erwachsene sinken im Schnitt um 15,6 Prozent. In Solothurn sinken die Prämien für diese Alterskategorie nur minim weniger, um 15,4 Prozent. Das heisst, Personen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen im nächsten Jahr durchschnittlich 49,2 Franken weniger pro Monat. Anstatt 319,9 noch 270,6 Franken.

Kinder und Erwachsene zahlen zwar landesweit 2,4 Prozent mehr. In Solothurn steigen die Prämien aber auch für diese Altersgruppen moderater an. Wobei hier anzufügen ist, dass Solothurn bereits mit verhältnismässig tiefen Krankenkassenprämien startet. Erwachsene bezahlen im Schnitt 361,4 Franken, 2019 sollen es 369,3 Franken sein. Das sind 7,9 Franken pro Monat zusätzlich (+2,2 Prozent). Kinder bezahlen 2,1 Franken mehr, also 98 Franken (+2,2 Prozent).

Dass junge Erwachsene deutlich weniger zahlen, geht auf eine Gesetzesänderung zurück. Es hat also nicht mit der Kostenentwicklung bei jungen Versicherten zu tun. Es handelt sich um einen Effekt, der das Parlament gewünscht hat. Unter dem Strich zahlen deshalb die Erwachsenen ab 26 Jahren etwas mehr.

Im Vergleich ist das Prämienwachstum 2019 mit 1,2 Prozent äusserst moderat. Der langjährige Schnitt liegt bei 3,9 Prozent. Der Grund für den unterdurchschnittlichen Wert ist einerseits ein tieferes Kostenwachstum. Vor allem aber haben die Krankenversicherer hohe Reserven angespart, womit sie fürs kommende Jahr etwas mehr Spielraum bei den Prämien haben.

Neues Modell zur Berechnung

Ein Vergleich der Prämien 2019 und 2018 ist schwierig. Der Bund ändert das Modell zur Berechnung des Gesundheitskostenwachstums. Die neue mittlere Prämie für alle Versicherten ersetzt die bisher angewendete Standardprämie, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt.

Die mittlere Prämie entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person und reflektiert die effektiv bezahlten Prämien besser als die bisher berücksichtigte Standardprämie. Diese galt nur für Erwachsene mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Diese Prämie wird jedoch laut BAG heute nur noch von knapp jeder fünften erwachsenen Person gewählt und ist nicht mehr repräsentativ.

Dass Sie trotzdem eine Übersicht der Veränderungen bei den Prämien der einzelnen Krankenversicherer erhalten, haben wir die Standardprämien des vergangenen Jahres mit den aktuellen verglichen. Ob Ihr Krankenversicherer teurer oder günstiger ist, können Sie in der Tabelle nachsehen. (wan)