Landwirtschaft

Präsident des Bauernverbandes: «Schon ein paar Rappen machen den Unterschied»

Markus Ritter ist Präsident des Schweizer Bauernverbandes und St. Galler CVP- Nationalrat.

Markus Ritter ist Präsident des Schweizer Bauernverbandes und St. Galler CVP- Nationalrat.

Schweizer Bauern sollen an ihren Produkten besser verdienen, fordert der Bauernverband an seiner diesjährigen Medienkonferenz in Derendingen. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, erklärt Markus Ritter, Präsident des Verbandes.

Markus Ritter, der Schweizer Bauernverband fordert mehr «Fairness» für Landwirte. Was wollen Sie konkret?

Markus Ritter: Wir wollen, dass alle in der Wertschöpfungskette eines Lebensmittels ihre Kosten decken können. Auch der Produzent.

Das heisst, höhere Preise für Produkte der Schweizer Bauern.

Das haben wir heute ja schon, bei LabelFleisch oder Bio-Produkten ...

Sind die Konsumenten denn auch bereit, dafür zu zahlen?

Davon sind wir überzeugt. Der Konsument will die Umwelt ja nicht zerstören. Und: Schon ein paar Rappen machen den Unterschied.

Starten Sie diese Diskussion jetzt als Gegenbewegung zur geplanten Marktöffnung durch den Bundesrat?

Ja, das auch. Unsere Devise lautet: Fairer Handel statt Freihandel. Weltmarktpreise berücksichtigen soziale Aspekte nicht. Wir brauchen deshalb mehr Fairness – das ist das Konzept für die Zukunft.

Und wie setzen Sie dieses um?

Vor allem durch Information. Im Schnitt nutzt ein Konsument 6,3 Prozent seiner Ausgaben für Lebensmittel. Wir wollen zeigen, dass mit einer kleinen Preiserhöhung eine grosse Veränderung möglich ist. Diese Geisteshaltung wollen wir in der Bevölkerung schaffen.

Warum fiel der Startschuss für diese Diskussion auf dem Hof von Urs Guggisberg in Derendingen?

Einerseits wegen des tollen Betriebes – vor allem aber wegen der Zusammenarbeit von Produzent und Verarbeiter. Die Molkerei zahlt dem Landwirt faire Preise und setzt auf langfristige Zusammenarbeit. Das Zusammenspiel von Produzent und Verarbeiter funktioniert hier sehr gut. Deshalb ist der Derendinger Betrieb ein gutes Beispiel für Fairness. (NKA)

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