Eines steht für Bruno Fuchs bereits heute fest: «Auch 2013 wird für die Solothurner Bauwirtschaft im Bereich Wohnungsbau ein gutes Jahr werden», sagt der Präsident des Baumeisterverbandes Solothurn vorausschauend. Allein schon der harte Winter habe dazu geführt, dass der Arbeitsvorrat hoch sei. Dies sorge bis im Sommer für eine gute Auslastung der Baufirmen. Zudem bewege sich die Zahl der eingereichten Baugesuche weiterhin auf hohem Niveau.

Diese positive Einschätzung wird gestützt durch die aktuellste landesweite Erhebung, welche das Bundesamt für Statistik Anfang dieser Woche publizierte. Demnach wurden 2012 rund 44 000 Neuwohnungen gebaut. Dies entspricht zwar einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent. Gleichzeitig befanden sich aber Ende 2012 etwa 75 600 Wohnungen im Bau, was einem Plus von 12,5 Prozent entspricht. Mit 17,5 Prozent auf 66 200 Einheiten noch stärker stieg 2012 die Zahl der baubewilligten Wohnungen.

Viele baubewilligte Wohnungen

Kantonale Zahlen über die Wohnbautätigkeit liegen noch nicht vor. Die Zahlen vom Bundesamt basieren nämlich bloss auf einer Vollerhebung bei allen Gemeinden mit über 5000 Einwohnern und Stichproben bei den übrigen Gemeinden. Diese Zahlen wurden dann hochgerechnet. Insgesamt flossen die Daten von 31 Solothurner Gemeinden mit ein. Deren Analyse zeigt ebenfalls eine Aufwärtsentwicklung. In den erfassten Gemeinden wurden im vergangenen Jahr 18 Prozent mehr Neuwohnungen erstellt als im Vorjahr. Die Zahl der Wohnungen im Bau war Ende 2012 mit rund 1100 Einheiten stabil und jene der baubewilligten Wohnungen stieg in etwa um 15 Prozent.

Keine Produktion auf Halde

Das zeigt, dass die Wohnungsproduktion im Kanton Solothurn wie in den Vorjahren auf Hochtouren läuft. Seit 2006 wurden jährlich mehrheitlich über 1000 Neuwohnungen hochgezogen. Wurden oder werden da Wohnungen auf Halde gebaut? «Nein», sagt der oberste Baumeister Bruno Fuchs. Der neue Wohnraum sei bislang auf dem Markt praktisch vollständig abgesetzt worden. «Es gibt keine Anzeichen, dass neue Wohnungen länger ungenutzt bleiben werden.» Und das gelte sowohl für Mietwohnungen wie auch für Wohneigentum. Auch der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) beobachtet landesweit keine Wohnraum-Produktion auf Vorrat. «Die Leerwohnungsziffer bleibt unverändert», erklärt Silvan Müggler, Leiter Wirtschaftspolitik beim SBV. Er sieht keine Gefahr, dass «kurz- und mittelfristig das Angebot an Neuwohnungen überbordet».

Attraktive Landpreise

Bruno Fuchs erwartet vorerst keine Veränderung. Einen Hauptgrund macht er in den anhaltend attraktiven Zinskonditionen für Hypothekarkredite aus. Ein Blick in die «Preisliste» der Banken bestätigt den Befund: Trotz einer Erhöhung des Zinsniveaus in den ersten Wochen dieses Jahres kosten Hypotheken mit Laufzeiten bis sieben Jahre weiterhin weniger als zwei Prozent, Kredite mit längeren Laufzeiten nur knapp mehr als zwei Prozent. Ferner sorgt, so Fuchs weiter, die Zuwanderung für einen erhöhten Bedarf an Wohnraum. Einen zusätzlich positiven «regionalen Faktor» für die hiesige Bauwirtschaft ortet er in den vergleichsweise attraktiven Landpreisen im Kanton Solothurn. «Das wirkt direkt auf die Nachfrage im Wohnungsbau.»