Bildungsbericht
Potenzial bei Kitas und Maturitätsquote: Solothurn könnte noch aufholen

Bei der Maturitätsquote und beim Angebot an Kindertagesstätten liegt Solothurn hinter den umliegenden Kantonen. Das zeigt ein Bildungsbericht, der Solothurn, die beiden Basel und den Aargau vergleicht.

Lucien Fluri
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Auf zehn Kinder kommt im Kanton ein Kita-Platz. In den anderen Nordwestschweizer Kantonen ist das Angebot besser.

Auf zehn Kinder kommt im Kanton ein Kita-Platz. In den anderen Nordwestschweizer Kantonen ist das Angebot besser.

Ly Vuong

Da kann Solothurn nicht ganz mit den anderen Kantonen mithalten: Auf zehn Kinder gibt es einen Platz in einer Kindertagesstätte. Im Aargau kommen acht Kinder auf einen Platz, in Basel sieben. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte Bildungsbericht, der den Bildungsraum Nordwestschweiz mit den Kantonen Solothurn, Aargau und den beiden Basel «einer vergleichenden Gesamtschau» unterzogen hat.

Der Bericht bemängelt denn gleich auch: «Der Ausbau des Platzangebots ist in allen vier Kantonen vor allem in Anbetracht der Bevölkerungszunahme noch zu gering. Grössere Initiativen zum Angebotsausbau fehlen.» Positiv vermerkt wird immerhin: Auch im Kanton ist die Zahl der Kita-Plätze zwischen 2012 und 2015 von 959 auf 1239 gestiegen.

Die Kosten bei der Besoldung sind hoch

Eines fällt auf: Pro Schüler gerechnet sind die Lehrerbesoldungskosten im Kanton Solothurn relativ hoch: Auf der Sek-I-Stufe machen die Besoldungskosten pro Schüler 19900 Franken aus (BS: 20800; BL: 14900; AG: 15700 Franken). Auf der Primarstufe sind es im Kanton Solothurn 12900 Franken (BS: 13100; BL: 11800; AG: 10700).

Bildungsdirektor Remo Ankli führt dies auf die «attraktiven Löhne» im Kanton zurück. Zwar ist die Bandbreite der Löhne nicht unbedingt höher. Solothurner Lehrer erreichen aber schneller das Lohnmaximum als in den umliegenden Kantonen. Bei den Klassengrössen weicht Solothurn mit durchschnittlich 17,9 Schülern pro Klasse (Sek I) nicht von den anderen Kantonen ab.

Günstig sind dagegen im Kanton die Besoldungskosten pro Schüler im Kindergarten mit 7800 Franken (AG: 9900; BL: 9000; BS: 13100. (lfh)

Vielleicht liegt Solothurn auch hinter Basel und dem Aargau, weil es hier den Gemeinden überlassen ist, ob sie sich finanziell beteiligen. In den anderen drei Kantonen sind sie verpflichtet.

Gibt der Kanton den Gemeinden zu viel freie Hand? Bildungsdirektor Remo Ankli steht hinter dem bisherigen System, auch wenn dies vielleicht etwas langsamer voranschreite. «Die Planung muss von unten kommen», sagt er. «Die Gemeinden können den Bedarf abschätzen.» Dass Basel-Stadt mehr Kita-Plätze hat, habe auch mit anderen Strukturen zu tun. Tatsächlich beteiligen sich im Kanton «die Städte und urbanen Gebiete stärker als ländliche». Ankli sieht mehr Kita-Plätze aber durchaus als Ziel der neuen Legislatur.

Wenige Maturanden

Tief ist im Kanton Solothurn auch die Maturitätsquote. Sie liegt bei 30,7 Prozent (Aargau: 34,2; Basel-Stadt: 48,4; Baselland: 46,3; Gesamtschweiz: 37,5). Die gymnasiale Matur machen 14 Prozent eines Jahrgangs, die Berufsmatura 12,3 Prozent. «Wir sind ein klassischer Berufsbildungskanton», hält der zuständige Regierungsrat, Remo Ankli, fest. Die Wirtschaft suche Fachkräfte. Ankli sieht durchaus noch Potenzial nach oben bei den Berufsmaturitäten. Diese seien auch gefragt.

Bei der Gymnasialmatur sieht Ankli dagegen keinen Handlungsbedarf, obwohl auch diese im Kanton tief sind. «Wir sind auch hier bedarfsorientiert.» Ebenso tief ist vergleichsweise mit 21 Prozent der Anteil der Sek-P-Schüler im Kanton. Dagegen besuchen mit 37 Prozent der Schülerinnen und Schüler sehr viele die Sek B; darunter überproportional viele Ausländer.

Dass Solothurn diese Gruppe mit der Sek-Reform so gross ausgestaltet hat, hat laut dem Bericht auch Vorteile. Denn je kleiner diese Gruppe sei, umso höher das Risiko, «dass die soziale Zusammensetzung der Klasse den Unterricht belastet».

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