Kantonspolizei Solothurn

Polizeianwärter werden mental und körperlich an ihre Grenzen gebracht

Elf angehende Polizisten haben die Durchhalteübung der Kantonspolizei Solothurn bestritten. Um das Polizistenamt anzutreten, muss diese bestanden werden.

Um 3.30 Uhr ging es am Donnerstagmorgen für die elf Polizeianwärter der Polizei des Kantons Solothurn los: Zuerst erfolgten die Begrüssung und die Ausrüstungskontrolle. Dann mussten sie bereits den ersten Posten bestreiten: den Einzellauf. Beim zweiten Posten, dem Zeitfahren, legten die Anwärter mit dem Fahrrad von Solothurn bis Oensingen 25 Kilometer zurück.

Die Durchhalteübung ist Bestandteil des Lehrgangstests, der sich aus diversen Anforderungen zusammensetzt und den die Anwärter bestehen müssen, um das Polizistenamt anzutreten. Dazu gehören die Leistungen im Schuljahr und die Schlussprüfung. Letztere wird am meisten gewichtet.

Bei der Durchhalteübung geraten die Anwärter an ihre Grenzen: «Das Ziel ist, dass die Anwärter die kaÜbungen unter erschwerten Bedingungen wie Nässe und Kälte bestehen können und an ihre physischen und psychischen Grenzen getrieben werden», erklärt Ausbildungschef Christian Spycher.

Längere Tradition

Drei Frauen und acht Männer bestritten am Donnerstag die Durchhalteübung. Dabei ist dieser Anlass bereits eine längere Tradition: Seit mehreren Jahrzehnten wird er durchgeführt.

Gesamthaft legten die angehenden

Polizisten und Polizistinnen 85 Kilometer zurück, davon 55 auf dem Fahrrad und 30 zu Fuss. Die 28 Posten forderten sie körperlich und geistig immer wieder heraus.

Unter anderem mussten sie sich vom 45 Meter hohen Landi-Turm in Subingen abseilen oder Schiessübungen bestehen. Bei einem Posten galt es somit mit verschiedenen Waffen, bei einem anderen in speziellen Stellungen auf ein Ziel zu schiessen.

Gegenseitiges Vertrauen ist nicht wegzudenken: Immer wieder mussten die Anwärter in Teams Aufgaben bestehen. Einmal galt es, in völliger Dunkelheit in Gruppen durch schmale Käfige zu kriechen, wobei Kindergeschrei aus der Tonanlage klang.

Die Übungen sind einmalig und speziell und werden von den Anwärtern zumeist das erste Mal erlebt. Dabei bleiben gewisse Posten nicht gleich, sondern ändern sich Jahr für Jahr.

Für viele ein positives Erlebnis

Auch wenn die Durchhalteübung anstrengend ist, wird sie als positives Erlebnis empfunden: «Es ist ein einmaliges Ereignis, so etwas vergisst man nie. Es ist eine echte Herausforderung und das macht es spannend», erklärt Benjamin Keller, einer der Anwärter.

Anwärterin Chantal Brüllman empfindet es genauso und meint: «Die Durchhalteübung ist vielseitig und treibt ans Limit. Man muss sein Geschick und seinen Mut unter Beweis stellen. Auch lernt man die Eigenschaften von den Teamkollegen kennen.»

Der Lehrgang 13-1 wird am 31. März im Landhaus Solothurn Brevetierung feiern. Der Lehrgang 13-2 wird im September abschliessen.

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