Drei Taschenuhren, drei Armbanduhren, drei Gedenkmünzen, ein Silberbarren und viele verschiedene Schmuckstücke, teils mit Perlen und Diamanten besetzt, suchen ihren Besitzer. Die Rede ist nicht etwa von der Auslage eines umtriebigen Bijoutiers, sondern von einer Liste mit Wertgegenständen, die die Solothurner Kantonspolizei im Amtsblatt Nummer 4 veröffentlicht hat. «Die Eigentümer der Gegenstände werden ersucht, ihre Ansprüche bei der Polizei Kanton Solothurn anzumelden», steht in der öffentlichen Ausschreibung.

Dreizehn Monate auf Bewährung

Eine Frau hatte versucht, bei verschiedenen Solothurner Geschäften grössere Mengen Schmuck und wertvolle Uhren zu verkaufen. Ketten, Broschen und Anhänger wollte sie als Altgold verkaufen. Die gewissenhaften Geschäftsbesitzer wurden misstrauisch und meldeten die ungewöhnliche Verkäuferin den Behörden. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet und mittlerweile wurde die Frau durch das Amtsgericht Solothurn-Lebern rechtskräftig wegen gewerbsmässiger Hehlerei und Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Silberbarren, goldene Anhänger und Taschenuhren befinden sich unter den konfiszierten Gegenständen.

Silberbarren, goldene Anhänger und Taschenuhren befinden sich unter den konfiszierten Gegenständen.

Ein Teil der beschlagnahmten Hehlerware konnte einem konkreten Einbruchdiebstahl zugeordnet werden und die Besitzer haben ihre Wertgegenstände wieder. Unter den 30 übriggebliebenen Schmuckstücken sticht auf der Liste ganz eindeutig die Armbanduhr Corum Romulus aus Platin heraus. Eine solche Uhr wechselte kürzlich in einer Internetauktion für 3750 Euro den Besitzer. Der kleine Unterschied: Die beschlagnahmte Uhr ist auch noch mit 72 Diamanten besetzt und dürfte somit noch viel mehr wert sein.

Die wertvollste Uhr ist weg

Schrecksekunde auf dem Posten der Kantonspolizei: 29 der 30 Wertgegenstände liegen feinsäuberlich in Plastik verpackt und angeschrieben auf dem Tisch. Ausgerechnet die mit Diamanten besetzte Armbanduhr fehlt. Der für die Asservatenkammer zuständige Beamte nimmts gelassen und informiert sich. «Die Armbanduhr wurde bereits der Fahndung ausgehändigt. Offensichtlich hat sich der rechtmässige Besitzer gemeldet», bestätigt er nach wenigen Minuten.

Auf gut Glück sollte man sich nun aber nicht auf dem Polizeiposten anmelden. Im Amtsblatt steht ausdrücklich, dass Belege verlangt werden, die den Besitzanspruch beweisen können. «Diese Belege beurteilt nicht die Kantonspolizei, wir bewahren die Sachen nur auf», erklärt der Präventionsbeauftragte Thomas Kummer das wetere Vorgehen. «Darüber, ob ein Wertgegenstand ausgehändigt werden darf, entscheidet letztlich die Staatsanwaltschaft.»
Wenigstens pressiert die Suche nach Belegen nicht: Die Ausschreibung im Amtsblatt endet mit den Worten: «Erhebt innert fünf Jahren niemand Anspruch, werden die Gegenstände der Verwertung zugeführt. Der Erlös fällt an den Kanton Solothurn.»