Zusätzliches Angebot
Polizei öffnet einen Online-Polizeiposten

Auch die Solothurnerinnen und Solothurner haben nun Anschluss an den virtuellen Polizeischalter "Suisse ePolice". Privatpersonen und Firmen können Bagatell-Delikte wie Diebstähle, Verluste und Sachbeschädigungen bei der Polizei online melden.

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Wurde das Velo gestohlen, kann im Internet eine Anzeige aufgegeben werden.

Wurde das Velo gestohlen, kann im Internet eine Anzeige aufgegeben werden.

Emanuel Freudiger

Fahrrad gestohlen oder Kontrollschild verloren? Die Polizei im Kanton Solothurn hat eine neue Dienstleistung für die Bevölkerung eingeführt, mit der sich bei Bagatelldelikten der Gang zum Polizeiposten erübrigt. Über den virtuellen Polizeiposten «Suisse ePolice» können Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Solothurn den Diebstahl von Fahrrad und Mofa, den Diebstahl oder den Verlust von Kontrollschildern sowie Sachbeschädigungen ab sofort online anzeigen. Der virtuelle Schalter ist rund um die Uhr geöffnet, wie es in einer Mitteilung der Kantonspolizei Solothurn heisst.

Die neue Dienstleistung ist ein zusätzliches Angebot für die Bevölkerung. Selbstverständlich können Anzeigen in den entsprechenden Fällen weiterhin persönlich eingereicht werden. Dafür stehen der Bevölkerung 15 Polizeiposten der Kantonspolizei Solothurn sowie jene der drei Stadtpolizeien zur Verfügung.

Positive Erfahrungen in anderen Kantonen

Möglich wird die neue Dienstleistung im Kanton Solothurn, weil sich die Polizei an dem Webportal «Suisse ePolice» beteiligt. Die Plattform ist das erste Projekt in Zusammenhang mit der schweizweiten Harmonisierung der Polizeiinformatik.

Sie wurde im Oktober 2013 in den ersten Korps aufgeschaltet und bis dato in sieben Kantonen eingesetzt. Die Erfahrungen sind gemäss Kantonspolizei positiv; die Plattform werde rege genutzt. Für die Bevölkerung entfalle der Gang zum Polizeiposten. Die Polizei werde dadurch wiederum von den Massengeschäften entlastet.

Anzeigen selbst erfassen

Das neue Angebot richtet sich an Privatpersonen und Firmen. Bevor der Nutzer mit der eigentlichen Erfassung des Falles beginnen kann, wird ihm eine Checkliste angezeigt mit den notwendigen Informationen, die vorliegen sollten. Im Fall eines Fahrraddiebstahls sind dies beispielsweise die Rahmennummer, die Marke und die Typenbezeichnung, die Versicherungsnummer und, wenn vorhanden, die Kaufquittung. Wurde eine Meldung aufgegeben, werden die Daten an das adressierte Polizeikorps übermittelt, das die Fallbearbeitung eröffnet.

Die Funktionalitäten von «Suisse ePolice» sind für Einwohnerinnen und Einwohner der beteiligten Kantone zugänglich. Nur wenn der Ereignisort (Diebstahl, Sachbeschädigung, Verlust) in einem dieser Kantone liegt, können andere Personen auch davon Gebrauch machen. Neben dem Kanton Solothurn wurde Anfang März auch der Kanton Basel-Landschaft aufgeschaltet.

Die Plattform ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos und steht in drei Sprachen zur Verfügung. (pks)