Brand Solothurn
Polizei bestätigt: Baby hat Rettungswurf aus dem Fenster überlebt

Es kursierten unterschiedliche Versionen der Horrorgeschichte, in welcher ein Kind in einem verzweifelten Rettungsversuch im brennenden Haus in Solothurn aus dem Fenster geworfen wurde. Noch immer ist vieles unklar, doch mittlerweile hat die Polizei bestätigt: Das Kind hat den Sturz überlebt.

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 Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.
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 Er handelte rasch und löste Alarm aus. Die Feuerwehr rückte in der Nacht vom Sonntag auf den Montag unverzüglich mit einem Grossaufgebot aus und brachte 19 Personen in Sicherheit.
 Die tragische Gewissheit Stunden danach: Für 6 Personen kam jede Hilfe zu spät. Vier Erwachsene und zwei Kinder starben beim Unglück.
 Eine vierköpfige eritreische Familie wurde komplett ausgelöscht. Ein weiteres Kind erlag zwei Tage später im Spital seinen Verletzungen.
 Insgesamt forderte der Brand in der Nacht vor genau einem Jahr 7 Todesopfer.
 Die Feuersbrunst wurde durch eine Zigarette ausgelöst, wie die Polizei noch am Tag des Brandes erklärte.
 Die Stadt stand in den Tagen danach unter Schock. Es gab auf den Strassen nur ein Thema.
 Und das Bedürfnis, gemeinsam zu trauern.

Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.

Kapo SO

Eine gute Nachricht gibt es zum tragischen Brand in Solothurn am Dienstag zu vermelden. Das Baby, das in einem verzweifelten Rettungsversuch aus einem Fenster geworfen wurde, hat überlebt. Dies bestätigte Bruno Gribi, Sprecher der Solothurner Kantonspolizei, gegenüber «TeleM1»: «Fakt ist, dass wir eine Frau und ein Baby draussen aufgefunden haben. Die Frau war tot, aber das Baby dürfte überleben.» Die genauen Umstände sind nach wie vor unbekannt und würden nun rekonstruiert werden.

Glücklich ging die Geschichte auch für die äthiopische Familie Taju aus. Sie wurde vom Lärm aus dem Schlaf gerissen und konnte sich via Balkon aufs Dach retten. Dort habe sie dann auf die rettenden Feuerwehrleute gewartet.

Sechs Personen konnten sich allerdings nicht aus dem Rauch retten. In einer eritreischen und einer äthiopischen Familie verstarben jeweils beide Eltern und ein Kind. Noch am Vorabend der Katastrophe hat Bereket Tekle, ein guter Freund einer der Opferfamilien, die ganze Familie getroffen. Sie waren alle zusammen an einem Geburtstag eines Freundes. «Es war sehr schön», erzählt Tekle, «ich habe zu meinem Freund noch gesagt, ich habe am Dienstag frei, lass uns einen Kaffee trinken gehen.» Doch am Dienstag war dann alles anders.

Schuld am Brand war eine Zigarette. In diesem Zusammenhang hat die Polizei eine Person vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat seither eine Strafuntersuchung eröffnet. (rka)