Kanton Solothurn
Politiker halten von einer Neuverteilung der Schulferien nicht allzu viel

Der starke Franken und warme Winter macht der Tourismus-Branche zu schaffen. Der Schweizer-Tourismus-Verband sieht in der Neuverteilung der Schulferien einen möglichen Weg aus der Krise. Die Meinungen der Politiker aus dem Kanton Solothurn gehen allerdings auseinander.

Nadia Chamakhe
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Der Schweizer-Tourismus-Verband sieht in einer geänderten Ferien-Formation Vorteile. (Symbolbild)

Der Schweizer-Tourismus-Verband sieht in einer geänderten Ferien-Formation Vorteile. (Symbolbild)

Keystone

Je länger je mehr fehlen dem Schweizer Tourismus die Gäste. Einzig in der Hochsaison platzen die vollbesetzten Hotels aus allen Nähten. In einer Neuverteilung der Schulferien in den verschiedenen Kantonen sieht Dominique de Buman, CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizer-Tourismus-Verbandes eine mögliche Lösung. Die Tourismus-Branche könnte seiner Meinung nach während der Hauptsaison entlastet werden. In der Nebensaison könnten die einheimischen Gäste von tieferen Preisen profitieren, was sich wiederum auf eine stärkere Tourismus-Nachfrage auswirken würde.

SVP-Nationalrat Walter Wobmann will sich nicht gross zum Thema äussern, er bezweifelt aber, dass eine Verschiebung der Schulferien einen grossen Einfluss auf den Tourismus hätte. «Die Schweiz ist ein zu kleines Land.»

Franziska Roth, Kantonsrätin und SP-Präsidentin, gibt als Lehrerin und Privatperson Auskunft. Sie persönlich findet eine Anpassung der Ferien könnte durchaus dem Tourismus zugutekommen. Der starke Franken erschwere es vielen Leuten im Inland Ferien zu bezahlen, Billigferien im Ausland seien oftmals erschwinglicher. Eine geänderte Staffelung der Ferien könnte aber die Preise niedrig genug halten, so dass sich diese Familien in Zukunft Ferien im Inland leisten könnten.

FDP-Kantonsrat Heiner Studer hingegen sieht nicht, dass die Tourismus-Branche einen Nutzen aus der geänderten Ferien-Formation ziehen könne. Eine neue Ordnung würde seiner Meinung nach «in den Schulen zu mehr Problemen führen». Gerade an den Grenzen des Kantons Solothurn sei es schwierig «das System zu ändern, ohne etwas auseinanderzureissen.»

Felix Lang, Grüne-Kantonsrat hingegen ist offen für die Idee und entgegnet: «Wieso nicht?» Er sehe kein Argument, das gegen die Umsetzung der Idee spricht. Er könne sich sogar vorstellen, dass das Projekt energetisch von Vorteil sein könnte. Die Infrastruktur könnte das ganze Jahr über konstant gehalten werden und würde in der Hauptsaison nicht zu sehr belastet.

Ist eine nationale Umsetzung realistisch?

Auch CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt findet die Idee «nicht schlecht», sehe aber keine Möglichkeit, diese auf Bundesebene weiterzuverfolgen. «Ferien sind Sache des Kantons, der Bund hat Hemmungen sich einzumischen.» Weiter zweifelt er an der Umsetzung: «Der Kanton, der sich zuerst bewegt, macht sich bei den eigenen Leuten unbeliebt.» Die Leute seien daran gewöhnt immer zur selben Zeit in den Ferienwohnungen zu sein.

Lehrerin und Politikerin Franziska Roth sagt: «Eine Absprache zwischen den Kantonen in Sache Ferien gehört zur Harmonisierung.» Die Gefahr, dass die grossen Kantone schliesslich über die kleineren bestimmen sei aber da. Wenn es zu einem geänderten Ferien-System kommen sollte sei es «wichtig, dass auf die Besonderheiten der Kantone eingegangen wird.»

FDP-Kantonsrat Heiner Studer glaubt nicht, dass das Projekt von Anfang an national umgesetzt werden könnte: «Man müsste schauen, dass es mindestens regional bezogen funktioniert.»