Beim kantonalen Spitexverband bedauert man, dass die Klienten bei der Pflege zuhause aufgrund politischer Entscheide nebst der Patientenbeteiligung zusätzlich mit Weg-, Ausbildungs- und allenfalls Pflegematerialkosten belastet werden. Das machte der Kantonalverband an der Delegiertenversammlung in Langendorf bekannt.

Regierungsrätin Susanne Schaffner brachte mit ihren Grussworten gleich Informationen zu den bevorstehenden Verhandlungen rund um die Pflegefinanzierung mit: Aufgrund eines Bundesgerichtsentscheides bezahlen die Versicherer das von der Spitex verwendete Pflegematerial nicht mehr. Wer soll diese Kosten übernehmen? Die Gemeinden, die Spitex, die Klienten oder die Versicherer? Die nationale Politik ist gefordert, eine Lösung zu finden. Diese ist jedoch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Absehbar ist hingegen die Umsetzung der Änderung des Sozialgesetzes. Der Kanton wird in Zusammenarbeit mit dem Einwohnergemeinde- und dem Spitex Verband die Höchsttaxen und die Wegkosten festlegen. Nach einer Übergangsfrist bis im Jahr 2021 haben sich die Gemeinden mit einer Höchsttaxe pro Leistungsstunde und die Klienten mit einem Beitrag an die Wegkosten zu beteiligen.

Dem Verbandsvorstand – Sigrun Kuhn, Hardy Jäggi, Nicole Ditzler, Eric Send, Mili Marti, Doris Neukomm – stehen Umsetzungen von Gesetzesänderungen, laufenden Projekten und der Spitex-Strategie 2024 bevor: Mit der Umsetzung des Leistungsauftrages sollen alle im Kanton wohnenden Personen Zugang zu den gleichen Pflegeleistungen inklusive Psychiatrie- und Palliativpflege haben. Das heisst, alle Spitex-Organisationen müssen diese Leistungen selber oder in einer Partnerschaft erbringen.

Die gesetzlich verabschiedete Ausbildungsverpflichtung fordert, dass die Spitex-Organisationen genügend Ausbildungsplätze für Pflegeberufe anbieten. Das Projekt Versorgungskette Palliative Care Kanton Solothurn steht in der Pilotphase. Spitäler, Ärzte, Spezialisten und Spitex ermöglichen mit dieser Versorgungskette Lebensqualität am Lebensende. Mit der Spitex-Strategie 2024 legt der Spitex Verband fest, wie sich die öffentliche Spitex entwickeln soll.

Arbeitsmigrantinnen bei der Spitex?

Ein grosses, kontrovers diskutiertes Thema ist die 24-Stunden-Betreuung zu Hause, meist durch Angestellte aus Osteuropa. Wie Betreuung zu Hause rund um die Uhr mit Care-Migrantinnen funktioniert, darüber hat die Spitex Burgdorf-Oberburg referiert. Als eine der ersten öffentlichen Spitex-Organisationen schaffte die Spitex Burgdorf-Oberburg das Angebot «Spitex 7x24»: 18 deutsch sprechende Pflegehelferinnen aus der Slowakei, arbeitsrechtlich korrekt eingestellt und durch die Spitex begleitet, werden durch die öffentliche Spitex vermittelt.

Damit wird sichergestellt, dass die Pflegehelferinnen ihre Arbeitszeiten einhalten und die Entlöhnung im Rahmen ihrer Tätigkeit fair abgegolten wird. Das Angebot wird auch Kundinnen und Kunden solothurnischer Spitex Organisationen zur Verfügung gestellt. (mgt)