Plötzlich ein Überschuss von 1,13 Mio. Franken

Der Gemeinderat Recherswil nahm erfreut vom Abschluss der Rechnung Kenntnis.

Patric Schild
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Recherswil rechnete im Budget 2019 mit einem Aufwandüberschuss von rund 250000 Franken. Nun liegt die Jahresrechnung vor und anstatt des pro­gnostizierten Minus, schliesst die Gemeinde mit einem Ertragsüberschuss von 1,13 Mio. Franken ab. Die Abweichungen gegenüber dem Budget, Mehr- wie Minderaufwand, welche über 10000 Franken betragen, betreffen insgesamt 36 Posten und machen rund 1,19 Mio. Franken aus. Die grössten Positionen sind höhere Steuererträge inklusive Sondersteuern und der Buchgewinn durch den ­Verkauf einer Baulandparzelle im Zentrum. «Hinzu kommt ein Minderaufwand von 172000Franken bei den Abschreibungen», erklärt Peter Christen, Ressortleiter Finanzen. Die Finanzkommission schlägt vor, dass ein Teil des Ertragsüberschusses verwendet wird, um das Verwaltungsvermögen von 691000 Franken abzuschreiben. Der Rest soll ins Eigenkapital überführt werden. Der Rat stimmte den Vorschlägen einstimmig zu.

Nicht einfach die Sozialhilfe entlasten

Seit Anfang Jahr ist in Recherswil das Reglement über die Ausrichtung von Unterstützungsbeiträgen an die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung in Kraft. Darin ist festgehalten, dass die Gemeinde finanzielle Beiträge zur Vergünstigung der Inanspruchnahme eines Angebots der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung bei einkommensschwachen Schichten leistet. Irene Rüfenacht, Leiterin Ressort Soziales, erklärte dem Rat, dass vom Sozialdienst Wasseramt eine Anfrage betreffend Kita-Unterstützungsbeiträge für eine Sozialhilfeempfängerin eingegangen sei. Die Frage lag nun im Raum, ob die Verordnung dahin gehend abgeändert werden soll, dass Sozialhilfeempfänger von den Beitragszahlungen auszuschliessen seien. Die Sozialkommission kam nach ihrer Beratung überein, dem Gemeinderat zu empfehlen, die Verordnung nicht zu ändern. Der Grund sei, dass die Idee hinter dem Reglement schliesslich war, die Schwächsten zu unterstützen. Ausserdem sei die Wahrscheinlichkeit klein, dass solch ein Fall ein weiteres Mal auftrete. Die Mehrheit des Rates sah dies jedoch anders. «Die Betroffene hat keinen Franken mehr im Sack, wenn wir zahlen», erklärt Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Recherswil hingegen, so Jäggi weiter, würde finanziell massiv belastet. Im Grunde genommen werde dadurch lediglich die Sozialhilfe entlastet, was der Gemeinde unter dem Strich wenig bringe. Schliesslich zahle Recherswil bereits in den Sozialhilfetopf ein. Auch Christian Erzer sagte, dass die Sozialhilfe hier lediglich eine Lücke im Reglement gefunden habe, welche es nun zu schliessen gelte.

1.-August-Feier wenn möglich durchführen

Auf Grund der Lockerungen des Bundes im Zusammenhang mit den Coronamassnahmen diskutierte der Rat darüber, ob an der 1.-August-Feier festgehalten werden soll oder nicht. Rüfenacht vertrat die Ansicht, dass die Zeit zu knapp sei, um jetzt noch ein anständiges Fest zu organisieren. Christen wiederum stand dem Unterfangen aus anderen Gründen skeptisch gegenüber: «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das Restrisiko für eine zweite Welle bleibt bestehen». Jan Flückiger hingegen sagte, dass es dem Dorfleben guttun würde, wenn, nach der langen Phase des Stillstehens, die Feier stattfinden könnte. Gleich sah es der Gemeindepräsident und votierte dafür, im kleineren Rahmen mit begrenzter Zeitdauer etwas aufzugleisen. Mit diesem Vorschlag konnte sich auch der Rest des Rates anfreunden. Zudem sollen auch die Vereine angefragt und nach Möglichkeiten miteinbezogen werden.