Auszeichnung
Plastiker Bruno Leus erhält den Solothurner Kunstpreis 2017

Der Plastiker Bruno Leus erhält den mit 20'000 Franken dotierten Solothurner Kunstpreis 2017. Kaum ein anderer Künstler habe den öffentlichen Raum des Kantons, aber auch jenen ausserhalb der Kantonsgrenze, so geprägt wie er, begründet der Regierungsrat die Auszeichnung.

Fränzi Zwahlen-Saner/sda
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Bruno Leus in seinem Atelier im basellandschaftlichen Wintersingen.

Bruno Leus in seinem Atelier im basellandschaftlichen Wintersingen.

Zur Verfügung gestellt

Der Solothurner Regierungsrat hat dieses Jahr dem Bildenden Künstler Bruno Leus den Kunstpreis des Kantons Solothurn zugesprochen.

In seiner Begründung zur Auszeichnung an den in Flüh wohnhaften Künstler hält das antragsstellende Kantonale Kuratorium für Kulturförderung fest: «Kaum ein anderer Künstler hat den öffentlichen Raum des Kantons, aber auch jenen ausserhalb der Kantonsgrenzen, so geprägt wie Bruno Leus.»

Der 74-jährige Plastiker, Gestalter, Maler und Tüftler füge seine Arbeiten derart gut in ihre Umgebung ein, dass sie niemals aufdringlich sind – was nicht etwa bedeutet, dass sie untergehen. «Sein Schaffen ist subtiler und stiller als Arbeiten anderer. Doch wer die überdimensionalen, rostigen Nägel, Acrylglas-Segel oder Gräser aus Stahl einmal gesichtet und als Kunst im öffentlichen Raum wahrgenommen hat, kommt nicht mehr so schnell von ihnen los.» Einmal gesetzt, gehören Leus’ Werke zu ihrer Umgebung, als wäre es nie anders gewesen.

Immer noch viele Ideen

Bruno Leus wurde am 26. September 1943 in Basel geboren. Er ist Bürger von Basel und lebt seit vielen Jahren im solothurnischen Flüh. Sein Atelier steht in Wintersingen/BL. 1991 wurde ihm ein Werkjahrbeitrag des Kantons Solothurn zugesprochen, im Jahr 1997 erhielt er den Fachpreis für plastisches Schaffen.

«Ich war sehr überrascht und natürlich auch erfreut, als ich den Brief des Regierungsrates bekam», sagte Leus am Donnerstag am Telefon. «Ich konnte den Brief erst nach zwei Stunden richtig durchlesen und schauen, ob es auch alles wahr ist. So sehr hat es mich aufgewühlt.» Er arbeite jeden Tag, erzählt er weiter, auch wenn der Körper nicht mehr ganz so fit sei. Grosse Arbeiten lägen leider nicht mehr drin. «Ideen habe ich zwar noch viele», setzt er lachend hinzu. Im kommenden Frühling seien seine neuesten Arbeiten in der Galerie Rössli in Balsthal zu sehen, setzt er noch hinzu. In dem Ort also, in dem auch seine grosse Skulptur, eine Schreibfeder, vor der Amtschreiberei zu sehen ist.

Öffentliche Preisverleihung: Montag, 13. Nov. 18.30 Uhr im Landhaus Solothurn.

Musik: Singknaben der St.-Ursenkathedrale (seit 742) Nourdin Khamsi (Präsident). Die Singknaben Solothurn sind der älteste Knabenchor der Schweiz und europaweit einer der traditionsreichsten Chöre. Seit 2007 leitet Andreas Reize den Chor, der heute über 60 Knaben und junge Männer umfasst. Ihr Repertoire reicht von gregorianischen Gesängen bis zu Jazz und Pop.
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Musik: Solothurner Vokalisten (seit 1961) Peter Berger (Präsident). Im Programm der Solothurner Vokalisten stehen Werke aller Epochen, a capella oder instrumental begleitet. Seit 2001 unter der Leitung von Patrick Oetterli ermöglicht die kleine Besetzung des Chors eine flexible Klanggestaltung in hoher Eigenverantwortung der Choristen.
Theater: Silvia Jost und Andreas Berger (1945/1959) Bürger von Eggiswil, wohnhaft in Messen. «Jost und Berger» ist das schöpferische Konglomerat eines schauspielernden Künstlerpaars. In Messen ist seit 2006 in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern eine Vielzahl von Theaterproduktionen entstanden, die im Kanton Solothurn und darüber hinaus gezeigt wurden.
Literatur: Kilian Ziegler (1984) Bürger von Horriwil, wohnhaft in Olten. Ziegler ist heute einer der bekanntesten und erfolgreichsten Slam Poeten der Schweiz. Augenzwinkernd hinterfragt er Alltägliches und begeistert das Publikum mit klugem Humor in Form von geistreichen Wortspielen. Kilian Ziegler überzeugt mit seinem Gefühl für Klang und Rhythmus sowohl auf Hochdeutsch als auch in Mundart.
Objektkunst: Renata Borer (1956) Bürgerin von und wohnhaft in Büsserach. Renata Borer tritt seit 23 Jahren mit ihren Arbeiten in die Öffentlichkeit – in Ausstellungen im Kanton Solothurn, aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus. Die Zartheit ihrer Werke ist allgegenwärtig und sie fasziniert: Transparent, pastellfarben, überraschend in der Materialität und den Kompositionen.
Malerei: Gregor Lanz (1962) Bürger von Bivio, wohnhaft in Welschenrohr. Die Kreativitäts- und Schaffensquelle des 55-jährigen Welschenrohrers vermag vermutlich nie zu versiegen. Aus ihm sprudeln Ideen genauso wie die Leidenschaft für seine Malerei. Seine Werke sind irgendwo zwischen Surrealismus und Abstraktion anzusiedeln. Doch eine präzise kunsthistorische Einordnung seiner Arbeit wird dem Schaffen des Künstlers nicht gerecht. Jedes Werk spricht für sich selbst und muss in seiner Grösse live erlebt werden – genauso wie der Künstler auch.
Fotografie: Christian Bobst (1971) Bürger von Oensingen, wohnhaft in Zürich. Schon als 22-Jähriger machte er als Fotograf auf sich aufmerksam. Nach Jahren als preisgekrönter Werbefachmann wandte er sich vor rund sieben Jahren verstärkt der Fotografie zu und gewann Preise. So bekam er mit seiner Reportage über senegalesische Ringkämpfer 2016 den «World Press Foto Award».
Kulturvermittlung: Gabriella Affolter (1968) Bürgerin von und wohnhaft in Leuzigen. Die 49-Jährige ist seit langer Zeit unter anderem Initiantin des Projekts «Interkulturelle Schriftbilder», das Jahr für Jahr Kinder und Jugendliche aus der Schweiz und aus dem Ausland zusammenbringt. Ausserdem organisiert und leitet sie Kurse und Lehrerfortbildungen im gestalterischen Bereich.

Musik: Singknaben der St.-Ursenkathedrale (seit 742) Nourdin Khamsi (Präsident). Die Singknaben Solothurn sind der älteste Knabenchor der Schweiz und europaweit einer der traditionsreichsten Chöre. Seit 2007 leitet Andreas Reize den Chor, der heute über 60 Knaben und junge Männer umfasst. Ihr Repertoire reicht von gregorianischen Gesängen bis zu Jazz und Pop.

AZ