Bis vor kurzem hätte Reto Bachmann, Direktor der Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO), drei Lohnklassen höher eingestuft werden sollen. Wie die PKSO nun aber entschied, wird er lediglich zwei Lohnklassen höher gestellt (von Lohnklasse 26 mit einem Maximallohn von 178'554 Franken auf Lohnklasse 28 mit einem Maximallohn von 196'225 Franken).

Für Reto Bachmann sei die öffentliche Lohndiskussion «nicht angenehm» gewesen, sagt er auf Anfrage. Am meisten nimmt ihn mit, dass die Verhandlungen über das Salär an die Öffentlichkeit gelangten. «Solche Indiskretionen sollte es in Zukunft nicht mehr geben.» Er sei aber «froh, herrscht nun Klarheit. Jeder kann seiner Arbeit wieder mit vollem Elan nachgehen.»

PKSO-Präsident Reto Bachmann über den höheren Lohn

PKSO-Präsident Reto Bachmann betont, dass er keine Lohnforderung gestellt habe

Im Vorfeld der Entscheidung hatten die drei SVP-Mitglieder der kantonsrätlichen Finanzkommission, Beat Blaser, Thomas Eberhart und Walter Gurtner, geschlossen den Rücktritt des PK-Direktors und auch den Rücktritt von Beat Käch, der als Präsident der Verwaltungskommission der Pensionskasse ist und im Personalausschuss Einsitz nimmt, gefordert.

Wie sieht es nun aus? Wie nehmen Blaser, Eberhart und Gurtner den Lohn-Entscheid auf?

Die Befragten sind mit dem Entscheid der Pensionskasse ganz und gar nicht zufrieden. «Der Entscheid ist nicht richtig. Mich nervt es, das den Leuten weiter Geld in den Rachen geworfen wird», sagt Walter Gurtner.

Auch für Thomas Eberhard ist das Ergebnis «unbefriedigend». «Zwar wurden teilweise Fehler zugegeben, aber zwei Lohnklassen mehr als zuvor sind immer noch überrissen.» Ausserdem seien die Begründungen der Pensionskasse «fadenscheinig». «Der Bevölkerung wurde nicht Rechnung getragen und manche Leute haben das Mass aus den Augen verloren», so der Bettlacher.

Für Beat Blaser ist klar: «Das Zurückkrebsen der Pensionskasse ist nur eine Hinhalte-Taktik, damit Reto Bachmanns Lohn später weiter erhöht werden kann.»

Am meisten nervt es die drei SVP-Politiker aber, dass der Pensionskasse die Indiskretion Leid tut.

Beat Blaser bedauert, «dass die Pensionskasse Reto Bachmanns Lohn überhaupt erhöht hat – nicht dass die Lohnerhöhung öffentlich wurde.»

Thomas Eberhard befürchtet, die Lohnerhöhung wäre nie öffentlich diskutiert worden, wenn sie allmählich stattgefunden hätte. Walter Gurtner stimmt ihm zu und sagt: «Wäre die Lohnerhöhung schleichend vollzogen worden, hätte niemand etwas gemerkt.»

Dass die PKSO von einer Anzeige wegen Indiskretion absieht, stösst bei Walter Gurtner auf Unverständnis. Er findet die ganze Sache schlicht «unglaublich».

Diskussion geht weiter

Für die drei SVP-Kantonsräte in der Finanzkommission ist die Lohn-Affäre noch nicht vom Tisch. Ihre Haltung hat sich nicht verändert. Alle drei würden nach wie vor einen Rücktritt von Reto Bachmann und Beat Käch einstimmig befürworten. Ans Aufgeben wird nicht gedacht.

Laut Walter Gurtner sei es aber schwierig zu handeln: «Der Kantonsrat kann rechtlich nichts ausrichten, aber moralisch kann die Thematik angeprangert werden.»

In geplanten Sitzungen soll das weitere Vorgehen besprochen werden. Ausserdem sollen die Möglichkeiten abgewogen werden. Ein Vorstoss im Kantonsrat ist für alle Befragten eine Option.