Wahlen 2017

Philipp Hadorn entzweit mit Antrag auf Zweierticket die Sozialdemokraten

Philipp Hadorn fordert ein SP-Zweierticket, die Parteispitze möchte jedoch nur mit einer Kandidatur antreten

Philipp Hadorn fordert ein SP-Zweierticket, die Parteispitze möchte jedoch nur mit einer Kandidatur antreten

Der Gerlafinger Nationalrat stellt sich gegen den Antrag der Parteispitze: Hadorn fordert ein SP-Zweierticket. Das sorgt bereits für Kritik.

Wer gross hinaus will, muss das auch gross ankündigen: Philipp Hadorn, Nationalrat aus dem Wasseramt, will für die SP in den Solothurner Regierungsrat. Seine Kandidatur hat er mit einer zweiseitigen, über 600 Wörter langen Mitteilung lanciert; sie kommt einem Bewerbungsschreiben gleich. «Voll im Saft hoffe ich auf eine breite Unterstützung», schreibt Hadorn.

Der Entscheid zu seiner Kandidatur sei ihm nicht leicht gefallen. Seine Aufgaben als Nationalrat würden ihm nämlich grosse Freude bereiten. Mehrere Gründe hätten nun aber dazu geführt, dass er sich zur Verfügung stellt: In einer Liste verweist der 49-Jährige etwa auf den Rechtsrutsch im eidgenössischen Parlament, der auch in der kantonalen Exekutive nach einem Korrektiv rufe.

Die Gesamterneuerungswahlen sind für ihn der Moment, «die Machtverteilung zu überdenken» und die «soziale Bewegung aus Gewerkschaften, SP und Grünen» zu stärken.

Bewegung auf dem Kandidatenfeld

Die erfolgreiche Verteidigung des zweiten SP-Sitzes im Nationalrat und sein Stimmenzuwachs im Herbst 2015 sieht Hadorn als Anerkennung für seine «profilierte Haltung». Zudem sei sein «Respekt vor Gleichdenkenden und Andersdenkenden» stets auf Lösungen ausgerichtet.

Philipp Hadorn bezeichnet sich als «Animal politique». Der Gewerkschaftssekretär beim SEV war jahrelang Gemeinderat in Gerlafingen und Kantonsrat, 2011 wurde er in den Nationalrat gewählt. Die Gerlafinger SP wird Hadorn am 22. August an ihrer Parteiversammlung offiziell nominieren – eine reine Formsache.

Mit der Ankündigung Hadorns gibt es Bewegung auf dem Kandidatenfeld der Sozialdemokraten. Wer wird den Sitz von Peter Gomm im Regierungsrat verteidigen? Neben Hadorn hat sich auch die langjährige Kantonsrätin Susanne Schaffner zu einer Kandidatur entschlossen. Die Rechtsanwältin aus Olten dürfte als Favoritin in das Rennen steigen, heisst es in Parteikreisen.

SP-Chefin ist anderer Meinung

Pikant ist: Philipp Hadorn fordert, dass die SP mit einem Zweierticket in den Regierungswahlkampf geht. Seine Ortspartei soll einen entsprechenden Antrag stellen. Damit bestätigen sich entsprechende Informationen dieser Zeitung. «Sozialdemokratische und gewerkschaftliche Werte betreffen die Sicherheit der Bevölkerung in allen Lebensbereichen», sagt Hadorn. Allein schon deshalb brauche es zwei Linke in der Regierung.

Damit stellt sich der Nationalrat diametral gegen die Pläne der SP-Geschäftsleitung. Die Parteispitze will nämlich mit nur einer Kandidatur antreten. Parteipräsidentin Franziska Roth begrüsst es auf Anfrage zwar, dass die Genossen intern zwischen mehreren Kandidaten wählen können.

«Aber am Ende scheint mir eine Einerkandidatur am sinnvollsten, um unseren Sitz in der Regierung zu verteidigen.» Man dürfe sich da nichts vormachen. Die Linke habe derzeit kaum einen Anspruch auf einen zweiten Sitz, sagt Roth weiter. «Da müssen wir realistisch sein. Wie heisst es doch: Schuster, bleib bei deinen Leisten.»

Zu ihren eigenen Ambitionen hält sich Roth weiterhin bedeckt. In den kommenden Wochen will sie darüber informieren. Die Stadtsolothurnerin sagt, ihr liege viel an einer «umsichtigen Personalplanung». Zumal sie auch als heisse Kandidatin für das Solothurner Stadtpräsidium gilt, sollte ihre Partei im nächsten Jahr gegen den FDP-Amtsinhaber Kurt Fluri antreten.

Wen die SP in den Regierungswahlkampf schickt, entscheidet die Parteiversammlung erst im Oktober. Zu einem ersten Showdown kommt es aber bereits am 25. August: Dann werden die Mitglieder darüber abstimmen, ob die SP im März 2017 mit einer oder mit zwei Kandidaturen antreten wird.

Autor

Sven Altermatt

Sven Altermatt

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