Der 35-jährige Kantonsrat Philippe Arnet sass am Donnerstag, 9. Februar, auf der Anklagebank des Amtsgerichts Thal-Gäu und wurde wegen Amtsmissbrauch und ungetreue Geschäftsführung schuldig gesprochen.

Gebühren für Wasseranschluss gesenkt

Der Vorwurf: In seiner Zeit von 2005 bis 2008 habe er in der Funktion des Oensinger Finanzverwalters in der Höhe von 55'000 Franken zu wenig Gebühren für den Wasseranschluss einer grösseren Überbauung sowie für Kanalisationsgebühren verrechnet. Entsprechend hatte der Gemeinderat 2009 Strafanzeige eingereicht: Er habe Abrechnungen «um rund 50 000 Franken reduziert, womit er eine Schädigung der Einwohnergemeinde zumindest in Kauf genommen» habe.

Zivilforderung der Gemeinde gutgeheissen

Das Amtsgericht Thal-Gäu hat Arnet in beiden Anklagepunkten schuldig gesprochen und veruteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe 180 Tagessätzen à 110 Franken. Die Staatsanwaltschaft hatte 240 Tagessätze gefordert. Die ebenfalls geforderte Busse von 4000 Franken entfällt.

Dafür wurde die Zivilforderung der Gemeinde gutgeheissen, wonach Arnet den Verlust von 55'000 Franken in der Gemeindekasse entschädigen muss. Ferner kommen Verfahrenskosten und eine Parteienentschädigung für die Gemeinde Oensingen hinzu. (ak/cva)