Jugendverbände

Pfadi, Jubla, Cevi: Verbände kämpfen gegen tiefere Mitgliederzahlen

2007 war Solothurn (im Bild Gelände in der Weststadt) das Zentrum der Schweizer Pfadibewegung.

2007 war Solothurn (im Bild Gelände in der Weststadt) das Zentrum der Schweizer Pfadibewegung.

Jugendverbände wie Jubla, Pfadi und Cevi spüren den Gesellschaftswandel und haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Die Jugendorganisationen stehen daher vor grossen Herausforderungen.

Freiwillig und ehrenamtlich engagieren sich im Kanton Solothurn Hunderte Jugendliche und Erwachsene in Jugendorganisationen. Die grössten von ihnen sind Jungwacht Blauring (Jubla), Pfadi und Cevi. Dass die Jubla in den letzten Jahren konstant um die 1500 Mitglieder zählt, hängt mit der Aufnahme von Pfarreiorganisationen in den Verband zusammen. Pfadi und auch der christlich ausgerichtete Cevi kämpfen indes mit sinkenden Zahlen. Anfang 2013 zählte die Pfadi im Kanton Solothurn 1033 Mitglieder. «Es gibt heute extrem viele Jugendangebote, viel mehr als noch vor 50 Jahren», sagt Kantonalleiterin Krista Kappeler.

Fixe Strukturen sind unbeliebt

Dass nicht mehr so viele Jugendliche wie in den letzten Jahrzehnten die Pfadi oder auch andere Jugendorganisationen besuchen, liegt für Marcus Casutt, Fachstellenleiter der Jugendförderung Kanton Solothurn, aber insbesondere am vermehrt gelebten Individualismus. «Ein Teil der Jugendlichen ist nicht mehr bereit, sich in fixe Strukturen zu begeben», sagt Casutt.

Dem ist sich auch Thomas Schweizer, Präsident des Cevi Regionalverbandes Aargau, Solothurn, Luzern und Zug bewusst. «Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir auf die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung nach mehr Individualität und weniger Verbindlichkeit, dafür auch mit weniger ‹physischen Beziehungen›, reagieren können. Vermittelt der Cevi doch so viele gute Werte auf einmal: Vertrauen, Gemeinschaft, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit, Freundschaft.»

Grosse Herausforderungen

Die Mitgliedersuche stellt Jugendorganisationen vor grosse Herausforderungen. Für Patrick Weibel, Präsident der Pfadi Kanton Solothurn, sind Schnupperübungen «zum Mitgliedergewinnen die beste Variante». Seiner Ansicht nach haben die Leiter einen starken Einfluss auf eine Abteilung. «Es steht und fällt mit den Leitern.»

Allgemein sei das Leiten in den Jugendorganisationen anspruchsvoller geworden, tönt es von verschiedenen Seiten. «Heute wird von den Jugendlichen nahezu professionelle Jugendarbeit erwartet und das können sie unmöglich bieten», sagt etwa Rebekka Tschan von der Jubla.

«In Jungem Alter Verantwortung zu übernehmen»

Das zeigt sich auch bei der Pfadi. Mit der Besetzung auf kantonaler Ebene gibt es laut Präsident Patrick Weibel in den letzten Jahren «Probleme wie noch nie vorher». Bei der Generalversammlung im März bestanden denn auch viele Vakanzen. «Wir haben viele Leute angefragt», so Weibel. Vor einigen Jahren hätte es gereicht, ein bis zwei Personen anzusprechen, jemand hätte zugesagt.

Jubla, Pfadi und Cevi: Das sind drei sich konkurrierende Jugendorganisationen. Schlussendlich geht es aber bei allen um ein ähnliches Programm. «Sie bieten Kindern und Jugendlichen ein einmaliges Entwicklungsumfeld und die Chance, bereits in jungem Alter Verantwortung zu übernehmen», erklärt Rebekka Tschan von der Jubla. Dem pflichtet Cevi-Präsident Thomas Schweizer bei: «Grundsätzlich verfolgen wir das gleiche Ziel: Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, in der sich die Persönlichkeit entfalten kann und wertvolle Erfahrungen für das Leben gemacht werden.»

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