Regionalturnfest
Petrus verdarb einigen Turnern den Höhepunkt

Die finalen Stafetten am Regionalturnfest Solothurn und Umgebung mussten wegen des Regens abgebrochen werden.

Michael schenk (Text)und Michel Lüthi (Fotos)
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Geräteturnen Tägerwilen
30 Bilder
Geräteturnen Tägerwilen
Geräteturnen Tägerwilen
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Die Konkurrenz wird kritisch beäugt
Geräteturnen Tägerwilen
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Turnverein Hubersdorf
Turnverein Hubersdorf
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STV Selzach Jugend
STV Selzach Jugend
STV Selzach Jugend
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Jugend Aeschi
Jugendwettkämpfe am Regionalturnfest Solothurn und Umgebung.16
Turnverein Subingen
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GTT Tägerwilen
Jugendwettkämpfe am Regionalturnfest Solothurn und Umgebung.07
GTT Tägerwilen
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Jugendwettkämpfe am Regionalturnfest Solothurn und Umgebung in Bellach
Schindelegi
Schindelegi

Geräteturnen Tägerwilen

Michel Lüthi

Wenn es auf dem Sportplatz oder dem zur Arena umfunktionierten Rübenfeld wuselt, klettert, fussballt, Fangen spielt, temperamentvoll und quietschfidel jubiliert, lacht, spottet, spielt und jagt, dann könnte da ein Jugitag stattfinden. So wie in Bellach im Rahmen des Regionalturnfests Solothurn und Umgebung. Rund 1000 Kids aus 29 Vereinen waren gestern Sonntag angereist, um sich im Vereinswettkampf, sprich Disziplinen wie Hochsprung, Weitsprung, Hindernislauf, Gerätekombi und Gymnastik, zu messen. Nicht allen gelang das aus eigener, kritischer Sicht erstklassig: «Ich bin nur zwei Meter weit gesprungen», erzählt Lia. «Die anderen drei, vier, fünf und sechs Meter...» Naja, gleich sechs werden es wohl nicht gewesen sein; freilich ist die 10-Jährige aus Selzach ja auch kein verschüpftes Bambi aus dem Walde. Ihre genetische Veranlagung deutet eher darauf hin, dass einst eine zackig kommandierende Jugileiterin aus ihr wird.

Ein bisschen früh

David, Nicolas und Cédric vom TV Subingen, alle 12 und 13 Jahre alt, gefällts ... «Wenn man da ist, ist es gut. Die Wettkämpfe machen Spass. Wenn nur das frühe Aufstehen nicht wäre.» Enya, Lou, Fiona, Ann und Jonas vom TV Etziken sind alle zwischen halb und Viertel vor sechs in der Früh aufgestanden, um zeitig am Treffpunkt zu sein. Ihnen hats nicht so viel ausgemacht. Die Etziker Girls sind zwischen 7 und 10 Jahre alt. Alle betreiben sie noch andere Sportarten wie Tanzen, Judo oder Reiten. Unter so viel Freunden wie hier am Jugitag sind sie sonst jedoch nicht. «Darum ‹fägt› es hier so. Und wegen der Spiele, die wir spielen», meint Enya. Anderen passt vor allem die Gerätekombi und die Jungs vom TV Subingen stehen vorab auf den Fachtest Allround. Samira von Jutu Schnottwil mag Jugitage auch, um Mal «frei von den Eltern zu haben». Die junge Dame ist notabene elf. Letztes Jahr habe sie noch erbrechen müssen, erinnert sie sich. «Weil ich zu früh aufstehen und dann gleich zum Wettkampf musste.»

Vom Spatz zum Falken

Viele, die man fragt, was hier besonders cool sei, antworten: Die Stafette. Der Pendellauf am Sonntagnachmittag ist eigentlich als Überbrückungswettkampf gedacht. Dann also, wenn auch die Hinterletzten ihre Sandmännchen verscheucht haben und bei allen der Endorphin-Spiegel im grünen Bereich leuchtet. Besagter Spiegel gibt Auskunft über den Pegel glückselig machender, köpereigener Opiate im Body und Sport ist einer der stärksten Treiber.

Wenn dann noch Hunderte von Eltern und Fans dicht um die Rennbahn stehen und die Kids anfeuern, als sei Nachbars leibhaftiger, tollwütig gewordener Lumpi hinter ihnen her, dann befeuert das die Produktion guter «High-Macher» obendrein. Staffel-Wettkämpfe können in dem Sinn ungeahnte Kräfte und Emotionen freisetzen, die wiederum bisweilen Leistungen und Erfahrungen zeitigen, die einzel unmöglich wären. Da wird der Spatz plötzlich zum Falken, wenn es darum geht, für sich und seine Gspänli zu zerreissen. «Wir hätten eine Glace bekommen, wenn wir die Staffel gewonnen hätten», sagt Valentino von der Jugi Grenchen. Auch für ihn ist die Stafette das Coolste. Zahlreiche der rund 1000 Teens, die da in Bellach waren, kamen diesmal jedoch nicht zum Rennen. Als die Stafetten liefen, schüttete es über der Anlage Kaselfeld plötzlich wie aus Kesseln. Das OK entschied sich darauf, den Wettkampf abzubrechen. Dann eben das nächste Mal – Endorphine auch immerhin beruhigend und schlaffördernd.

Die Ranglisten der Wettbewerbe sind zu finden auf www.sotv.ch