Sein wichtigstes Ziel hat der Verband erst vor einem halben Jahr erreicht: Seit dem 1. April 2013 ist die gesetzliche Regelung des Berufsstandes auf Bundesebene in Kraft.

Etwas über 30 Personen trafen sich im schmucken, 300 Jahre alten Rittersaal des Von-Roll-Hauses in der Stadt Solothurn, um das Jubiläum bei einem feinen Nachtessen, das zwischen den Gängen mit kurzen Ansprachen aufgelockert wurde, in würdigem Rahmen zu begehen. Regierungsrat Peter Gomm überbrachte in seinem Grusswort die Wertschätzung des Kantons mit den Worten: «Sie sorgen für Lebenszeichen und im besten Fall sogar für Lebensfreude.»

Krankenkasse soll zahlen

In ihrem Referat stellte Yvik Adler, Vizepräsidentin der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP, eine Studie vor, die über die rund 5700 in der Schweiz tätigen Psychologen und ihre Aktivitäten erstellt wurde. Sie sprach sich dezidiert dafür aus, dass in Zukunft die Leistungen der psychologischen Psychotherapie von der Krankenkassen-Grundversicherung abgedeckt werden sollen.

Als Dessert zum Dessert las der Wasserämter Philosoph und Schriftsteller Reto Stampfli aus seiner Geschichte «Beeinflussungsmaschine» vor. Hier lernte man den längst verstorbenen Solothurner Robert Gie kennen, der einst Patient in der psychiatrischen Klinik Rosegg war und im Stil der «Art Brut» eine dämonische Beeinflussungsmaschine zeichnete, die Stampfli zum Schreiben motivierte.

Lebenswerk eine Generation

«Eine der Motivationen, den Verband vor 30 Jahren zu gründen, war es, die gesetzliche Regelung voranzutreiben», sagte Anselm Christen, Leiter der Geschäftsstelle des VSP. Mit dem neuen Bundesgesetz werden nun die Studiengänge an den Schweizer Universitäten und Fachhochschulen anerkannt und die Berufsbezeichnungen «Psychologin» oder «Psychologe» geschützt. Missbräuche können dank der gesetzlichen Regelung zum Wohl der Patienten bekämpft werden. Oder wie es in der zum Jubiläum erschienenen Festschrift heisst: «... es soll fertig sein mit der Scharlatanerie: Bisher durfte sich jeder als Psychologe ausgeben, mit dem neuen Psychologieberufsgesetz ist der Titel nun geschützt. Neu darf sich nur noch Psychologe nennen, wer über einen Hochschulabschluss verfügt.»

«Wir waren damals etwas naiv und glaubten, dass wir das in einer, maximal zwei Legislaturperioden erreichen könnten. Jetzt sind wir glücklich, dass es uns nach 30 Jahren gelungen ist.» Es sei das Lebenswerk einer Generation gewesen, den Berufsstand zu schützen und damit das Berufsbild im Ansehen der Öffentlichkeit aufzuwerten. Jetzt sei die Zeit gekommen, dass die nächste Generation die Führung des Verbandes übernehme, lancierte er zum Abschluss des Festes einen Aufruf an die jüngeren Mitglieder, sich im Vorstand des VSP zu engagieren.
Weitere Informationen: www.vsp-so.ch