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Was uns heilig ist

Viktor ohne Urs, wie kann das gehen? Eine kritische Anmerkung zur Solothurner Beizenszene und ihrem Umgang mit den Stadtheiligen.

Urs Moser
Urs Moser
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Restaurant «Viktor» Solothurn.

Restaurant «Viktor» Solothurn.

Nils Kurth

Es gibt in Solothurn über 80 Beizen, aber man glaubt es kaum: kein Restaurant St. Urs und Viktor. Da muss man schon nach Bettlach oder bis ganz in den Osten nach Walterswil, um eine Gaststätte zu finden, die den Solothurner Stadtheiligen gewidmet ist.

Gut, es gibt jetzt einen «Viktor» an zentralster Lage am Märetplatz, aber da sind wir beim Punkt: Die Märtyrer Urs und Viktor gehören doch zusammen wie Pech und Schwefel. Was kommt denen von der Genossenschaft Baseltor da in den Sinn, ihr neustes Kind einfach nur Viktor zu nennen? Ich muss schon sagen, unsereiner fühlt sich da persönlich betupft. Wenn es denn eine Hierarchie gäbe, dann stünde wenn schon wohl St. Urs noch vor Viktor. Aber Viktor ohne Urs? Geht gar nicht.

Viktor müsse sonst schon immer hintanstehen, mag man entgegnen. So hat Urs zum Beispiel eine ganze Kathedrale für sich, obwohl die doch eigentlich Viktor ebenso geweiht ist. Da habe dieser es doch verdient, in Solothurn auch ein Haus nach sich allein benannt zu bekommen, weiss Gott ein bescheideneres als das von St. Urs.

Mag ja sein, aber wirklich besänftigen kann mich persönlich das trotzdem nicht. Ich habs nun mal nicht so mit Kirchen, mit Beizen schon.

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