Persönlich
Alter ist relativ

Noëlle Karpf
Noëlle Karpf
Drucken
Teilen
Alt und Jung nebeneinander: Alter ist relativ.

Alt und Jung nebeneinander: Alter ist relativ.

Keystone

Alles ist relativ. Diesen Satz haben wir schon in der Kanti gelernt, damals im Physikunterricht. Die Aussage hat sich erst kürzlich wieder bewahrheitet, als ich weitab von der Heimat – in Winterthur – auf eine Solothurnerin traf, die auch die hiesige Kantonsschule besucht hat.

Nebst dem obligaten Austausch darüber, welche Lehrperson man in welchem Fach hatte und welche man am liebsten gar nicht gehabt hätte, tauchte auch die Frage auf: «Welchen Jahrgang hast Du besucht?»

So langsam bin ich – obwohl ich auf der Redaktion eher als Jungspund gelte – in einem Alter, in dem solche Fragen doch einiges an Denkanstrengung erfordern. Es dauerte zum Glück nicht allzu lange bis mir wieder bewusst wurde, dass ich im 11-er Jahrgang war.

Die Antwort der Bekannten stimmte mich dann aber wieder nachdenklich: Sie habe eine 17er-Klasse besucht. 2017. In meinem Alter – Sie entschuldigen diese Wiederholung – kommt man da schon ins Stocken. Hat man als Schülerin einer 17-er Klasse schon den Abschluss? Ja, offensichtlich, das habe ich gelernt, und mich alt gefühlt.

Und einmal mehr wurde mir bewusst, dass auch das Alter relativ ist. Denn: Als ich einer Kollegin von diesem Austausch erzählte, meinte die nur: «11-er Klassen? 17?». Zu ihren Zeiten, da hätte man die Klassen noch anders benamst. Sie sei eben schon älter.

Aktuelle Nachrichten