Persönlich
Allein an der frischen Luft

Wie es einem ergehen kann, wenn man einen Covid-Schnelltest braucht.

Balz Bruder
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Dieser Schnellgetestete hatte wenigsten das Glück, ein Zeltdach über dem Kopf zu haben.

Dieser Schnellgetestete hatte wenigsten das Glück, ein Zeltdach über dem Kopf zu haben.

Sebastian Gollnow / dpa

Ich kann mich gut erinnern, wie das früher war. Draussen stürmte und schneite es. Drinnen war es wohlig warm. Doch die Pausenaufsicht im Schulhaus hatte kein Erbarmen. Sie schickte uns Schülerinnen und Schüler ungeachtet der Wetterunbilden an die frische Luft. Auf dass wir das Mütchen kühlen und den Kopf durchlüften könnten.

An diese Szenen erinnerte ich mich dieser Tage, als ich mich anschickte, mich einem Covid-Schnelltest zu unterziehen. Keine grosse Sache, bewahre. Ich fand mich pünktlich am Hintereingang der Apotheke ein, wurde freundlich begrüsst und erwartete, in den Testraum vorgelassen zu werden.

Doch da machte ich die Rechnung ohne den Wirt beziehungsweise den Apotheker. Dieser zückte nullkommaplötzlich das ominöse Stäbchen und führte es mir nach kurzer Nachfrage, ob ich es lieber rechts oder links in der Nase hätte, ohne weitere Umstände in mein Riechorgan. Und zwar mitten auf dem Trottoir, grad neben dem Eingang der nahen Bäckerei.

Nun, ich war derart verdutzt, dass ich nicht einmal merkte, wie der Apotheker das Stäbchen zehnmal in meinem Nasenraum drehte. Und schon war es vorbei. Wie die Pause in früheren Primarschultagen.