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Pensionskasse setzt auf offensive Strategie – Direktor präsentiert erfreuliche Rendite

Die Verantwortlichen der Pensionskasse Kanton Solothurn starten mit einer neuen, offensiven Informations-Strategie.

Elisabeth Seifert
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Im Gespräch mit den Medien: Verwaltungskommissionspräsident Beat Käch (links) und Pensionskassen-Direktor Reto Bachmann.

Im Gespräch mit den Medien: Verwaltungskommissionspräsident Beat Käch (links) und Pensionskassen-Direktor Reto Bachmann.

Hanspeter Bärtschi

Pensionskassen-Direktor Reto Bachmann macht ernst mit seinem Versprechen – und verbessert die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Noch vor der Publikation des Geschäftsberichts der Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) im kommenden März gab er am Dienstag bereits erste Resultate des Anlagejahres 2016 bekannt. Als «erfreulich» bezeichnete er namentlich die auf den Anlagemärkten erzielte Rendite von 4,2 Prozent. Im Geschäftsjahr 2015 lag die Gesamtrendite mit 1,2 Prozent um einiges tiefer.

Der Deckungsgrad der Kasse ist mit gut 103 Prozent weiterhin stabil. Neben solchen Zahlen orientierten Direktor Bachmann und Beat Käch, der Präsident der Verwaltungskommission, über ein neues Wahlverfahren der Arbeitnehmervertretung.

Dieses wird nötig, weil im Zuge der Verselbstständigung der Kasse per Januar 2015 die Delegiertenversammlung mit Vertretern aller Personalverbände aufgelöst worden ist. Das neue Verfahren tritt erstmals in diesem Frühling bei der Wahl für die Amtsperiode 2017 bis 2021 in Kraft.

Austausch mit Parlamentariern

Auslöser für die neue Informationsstrategie der PKSO ist das Kommunikationsdebakel im vergangenen Frühling. Auf dem falschen Fuss erwischt hatten die Pensionskasse Recherchen dieser Zeitung, die eine stattliche Lohnerhöhung des PK-Direktors publik machten. Für Kritik sorgte vor allem, dass die PKSO-Verantwortlichen die Details scheibchenweise preisgegeben haben. In der Pflicht gegenüber der Öffentlichkeit und auch gegenüber dem Parlament steht die Kasse zudem aufgrund ihrer neuen Selbstständigkeit.

Seit zwei Jahren ist die PKSO nicht mehr der politischen Aufsicht der Regierung und des Kantonsrats unterstellt. Sie verwaltet mit 4,7 Mrd. Franken aber einen riesigen Betrag und musste erst kürzlich mit Steuergeldern ausfinanziert werden. Wie Beat Käch ankündigte, will die PKSO neben der Öffentlichkeit künftig auch mit Parlamentariern in einen aktiveren Austausch treten. Damit wolle man erreichen, dass Kantonsräte ihre Fragen künftig direkt an die PKSO richten. Und nicht über Vorstösse an die Regierung. Letztere freilich tragen zu einer öffentlichen Diskussion bei.

Käch bezog sich damit unter anderem auf eine Interpellation von Simon Bürki (SP, Biberist), datiert vom 24. Januar. Der der SP-Politiker moniert Handlungsbedarf beim Leistungsangebot der Kasse. Dies, nachdem bekannt geworden war, dass seit der Ausfinanzierung der PKSO mehrere Organisationen mit Anschlussvertrag dieser den Rücken gekehrt haben. Bachmann und Käch liessen durchblicken, dass die PKSO für solche Organisationen, darunter viele Einwohnergemeinden, attraktiver werden will. Gleichsam in einem «à-la-Carte»-System sollen diese unter verschiedenen Vorsorgeplänen aussuchen können. Je nach dem, welches Risiko sie bereit sind, einzugehen.

Gute Rendite auf Ausland-Aktien

Die PKSO als Vorsorgeeinrichtung für sämtliche Angestellte der kantonalen Verwaltung, der Spitäler, der kantonalen Schulen und der Volksschulen müsse eine risikobewusste Strategie fahren, so Bachmann. Mit einem Aktienanteil von 30 Prozent im Portfolio der PKSO sei man dabei nicht übervorsichtig. Die gute Gesamtperformance von 4,2 Prozent erkläre sich denn auch mit der Entwicklung der Aktienmärkte, sagte Bachmann. Entgegen ursprünglicher Befürchtungen, dass sich die Präsidentschaftswahl in den USA negativ auf die Aktienkurse auswirken werde, schlossen die Aktienmärkte 2016 mehrheitlich im positiven Bereich ab. Die Ausland-Aktien der PKSO legten um 10 Prozent zu.

Aber auch die Schweizer Aktien im Anlageportfolio der Kasse warfen, wie Bachmann betonte, eine Rendite von immerhin zwei Prozent ab. Dies, obwohl der Schweizer Aktienmarkt das letzte Jahr leicht im negativen Bereich abgeschlossen hat. Neben den Aktien weisen auch die übrigen Anlagekategorien, Obligationen und Immobilien, eine positive Performance auf, sagt Bachmann.

Eine direkte Folge der verselbstständigten Pensionskasse ist das neue Wahlverfahren für die Mitglieder der paritätisch zusammengesetzten Verwaltungskommission. Jedenfalls, was die sieben Mitglieder der Arbeitnehmerseite betrifft. Für die Amtsperiode 2017 bis 2021 können diese nicht mehr von der aufgelösten Delegiertenversammlung bestimmt werden. Die Personalverbände melden die von ihnen nominierten Kandidaten direkt der PKSO. Neu könne es sich dabei auch um Personen handeln, die nicht dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) des Kantons unterstehen, so Käch.

Man wolle so das Expertenwissen innerhalb der Verwaltungskommission weiter stärken. In aller Regel dürfte es zu einer stillen Wahl kommen. Stellen sich mehr Personen zur Wahl, als Sitze zu vergeben sind, werde eine briefliche Wahl durchgeführt. Bei der Arbeitgebervertretung bleibt alles beim Alten: Von den sieben Mitgliedern werden fünf vom Regierungsrat gewählt. Der Finanzdirektor selbst ist dabei Vizepräsident der Verwaltungskommission. Zwei weitere Mitglieder delegiert der Einwohnergemeindeverband.