Konzert

Passionskonzert verschiedener Epochen – «Meine Seele ist traurig ... »

Die Kantorei der Stadtkirche Solothurn erfreute ihr Publikum mit Passionsmusik verschiedener Epochen. Leiter Markus Cslovjecsek und die Kantorei der Stadtkirche Solothurn bei ihrem Passionskonzert.

Mit ihrem wirkungsvollen, stimmweise erfolgenden Einzug und dem Vortrag von «Tristis est anima mea» (meine Seele ist traurig) eröffnete die Kantorei der Stadtkirche Solothurn ihr Passionskonzert im Kirchenzentrum Langendorf. Geschrieben hat dieses eingängige Werk der zeitgenössische Komponist und Sänger Rolf Bischof. Als feiner musikalischer Kontrast führte danach eine gleich betitelte Komposition ohne Worte von Carlo Gesualdo, neapolitanischer Fürst von Venosa (1580-1630) weiter, der mit seinen ausgefeilten und für die italienische Barockzeit wagemutigen Harmonien einen individuellen Trauerprozess ausdrückte.

Spezielle Auswahl

Alljährlich zu Ostern erinnert die christliche Welt an den Leidensweg Jesu. Verschiedenste Anlässe schöpfen dazu aus dem kompositorischen Schatz aus Instrumentalwerken, Messen, Oratorien und Kirchenopern, der über die Jahrhunderte gewachsen ist. Die Kantorei und ihr erfindungsreicher Leiter Markus Cslovjecsek trafen für ihre fünf, an verschiedenen Orten der Region stattfindenden Passionskonzerte eine besondere Auswahl.

Die 27 Sängerinnen und Sänger stellten ihrem Publikum zwei unterschiedliche Werke als Vertonungen des mittelalterlichen Gedichtes «Stabat mater dolorosa..» (Die Mutter stand schmerzerfüllt..) vor: Von Agostino Steffani (1654-1728) stammte die sechsstimmig mit Streichensemble und Orgel in berühmter venezianischer Klangpracht komponierte Motette zu den zwanzig Gedichtversen.

Beschrieben wird in den ersten Strophen die Aussensicht, die ein Betrachter emotional feinfühlig auf das Kreuzigungsgeschehen und die herzzerreissende Trauer von Jesu Mutter Maria nimmt. Danach ändert sich die Perspektive des Betrachtenden in die Darstellung der persönlichen Hoffnung und im Glauben an das sich mit Christus beginnende «Paradies der Herrlichkeit».

Auf dem gleichen Text fusst das «Stabat Mater» des französischen Komponisten Marc Antoine Charpentier (1636-1704), der zur Erstaufführung in einem Pariser Kloster und später sicher in der jetzt so brandgeschundenen Kathedrale Notre Dame eine in ihrer eingängigen Melodik fast volkstümlich-meditative Litanei schrieb. Auch diese Strophenfolge wurde untermalt und musikalisch ausgedeutet vom Ensemble@FONTES, dessen fünf Mitglieder auf Instrumenten alter Mensur spielten.

An der Orgel setzte Urs Aeberhard feinfühlige Begleitakzente. Der Chor und seine Solostimmen Christine Simon (Alt), Rolf Bischof (Tenor), Christoph Hüsser, Markus Jenal (Bass) überzeugten ausdrucksvoll in stimmlicher und klanglicher Sicherheit. Als rhythmisch auflockernde, mit «Cheveux noirs dansants» betitelte Zwischenmusik von Bardia Charaf überbrachten Blockflöte, Violinen und Gambe fremdländisch faszinierende Tonfolgen.

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