Dem Kanton Solothurn sei es darum gegangen, «in einer aussergewöhnlichen Angelegenheit Klarheit zu schaffen», sagt Grolimund auf Anfrage.

Konkret habe man vom Bundesgericht Antworten darauf verlangt, ob erstens «gestützt auf ein unseres Erachtens erschlichenes Bürgerrecht weitere Bürgerrechte abgeleitet werden können» und zweitens wie die Frage der Integration auszulegen sei. Der Kanton habe sich auf den Standpunkt gestellt, dass basierend auf einen nachträglich als falsch erkannten Einbürgerungsentscheid nicht automatisch weitere Bürgerrechte erteilt werden sollten. «Lausanne» habe nun aber diesen Unterbruch nicht zugelassen.

Auch bezüglich der Integrationsfrage verstehen die Solothurner Behörden die Welt nicht mehr. Grolimund: «Für uns muss Integration einen Bezug zur Schweiz haben, nicht zu einem anderen Lebenskreis». Für die höchsten Richter reiche offensichtlich «eine lose, nur auf dem Papier existierende Beziehung zu unserem Land». Im vorliegenden Fall seien «die zwei Mädchen noch nie in der Schweiz» gewesen. «Was braucht es denn eigentlich, damit das Bürgerrecht verweigert werden kann?», stellt der Amtschef die Gretchenfrage. Und gibt die Antwort gleich selber: «Offensichtlich ist das nicht möglich, wenn nicht gerade eine kriminelle Tat vorliegt.»

Der Bundesgerichtsentscheid könnte denn auch bei weiteren Bürgerrechts-Interessenten Appetit wecken aber auch politische Gegenreaktionen auslösen, schliesst Grolimund nicht aus.