Smartvote
«Partnervermittlung» bringt Wählende und Kandidierende zusammen

Wer von den 505 Kandidierenden für den Kantonsrat und acht für den Regierungsrat passt zu Ihnen? Die Online-Wahlhilfe Smartvote erleichtert ab sofort die Auswahl.

Urs Mathys
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Das Smartvote- Team bei ersten Auswertungen: Evelyne Wild, Marco Gelati und Co-Geschäftsleiter Michael Erne.

Das Smartvote- Team bei ersten Auswertungen: Evelyne Wild, Marco Gelati und Co-Geschäftsleiter Michael Erne.

BZ/Urs Baumann

Plakate, Inserate, Wahlprospekte: Parteien und Kandidierende werden bis zum Wahltag vom 12. März nicht müde werden, im Wahlkampf ihre Vorzüge zu unterstreichen. Doch wie konkret denkt Kandidat X von Partei Y zum Lehrplan 21? Wie ist die Haltung von Kandidatin A von Partei Z zum geplanten Asylzentrum-Bau in Deitingen oder zur Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III im Kanton?

All die über 500 Kandidierenden direkt mit diesen Fragen zu konfrontieren ist niemandem möglich. Und hier kommt eine «Partnervermittlung» der besonderen Art zum Zug: Die Online-Wahlhilfe Smartvote bringt in Zusammenarbeit mit dieser Zeitung Wählende und Kandidierende zusammen.

«Wer tickt ähnlich wie ich?»

Die Wahlhilfe Smartvote schlägt die Brücke zwischen Fragenden und Antwortenden. Basis dieser Zusammenführung bildet die Auswertung eines Fragenkatalogs mit mehreren Dutzend Fragen, auf dem die interessierte Wählerin, der Wähler ihre Positionen festhalten können. Diese Antworten lassen sich dann via Smartvote vergleichen mit den Positionsbezügen, welche zuvor durch Parteien und Kandidierende aller Couleurs zu den identischen Fragen eingegeben worden sind.

Gestützt auf diese Angaben ergibt sich eine Rangliste, aus der Wählerinnen und Wähler jene Parteien/Kandidierenden aussuchen können, mit denen sie am meisten Übereinstimmungen punkto Ansichten und Anliegen feststellen können.

Drei Viertel haben geantwortet

Die Fragen – in der Kurzversion «rapide» deren 34, in der längeren Version «deluxe» 54 – sind in Themenbereiche wie Schule/Bildung, Sozialstaat/Familie, Finanzen/Steuern, Wirtschaft/Arbeit usw. eingeteilt. Je nach gewählter Version beansprucht das Ausfüllen des Fragebogens rund eine Viertel- bis eine Halbestunde.

Das Tool steht ab sofort zur Verfügung. Bereits haben gut drei Viertel der 505 Kandidierenden für die 100 Kantonsratssitze und sieben der acht Bewerber für den Regierungsrat den Fragebogen ausgefüllt. «Das ist für diesen Zeitpunkt eine sehr gute Teilnahmequote», zieht Michael Erne eine positive Zwischenbilanz.

Der Co-Geschäftsleiter von Smartvote stellt fest, dass – mit Ausnahme bei einzelnen SVP-Amteiparteien – bei den meisten Kandidierenden der Goodwill für diesen Dienst an der Wählerschaft zum Ausdruck komme.

Wie funktioniert smartvote?

Smartvote erfasst die Meinungen von Politikern, in diesem Fall der Kantonsrats- und Regierungsratskandidaten zu bestimmten Themen und erstellt dann eine sogenannte smartspider Grafik, die die Zustimmung zu acht Themenbereichen/Zielen anzeigen. Dabei steht ein Wert von 100 für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für die Ablehnung der Themenbereiche/Ziele.

Nachdem die Politiker ihr smartvote Profil erstellt haben, kann die Bevölkerung dieselben Fragen beantworten und erhält aufgrund der gegebenen Antworten eine eigene smartspider-Grafik, die dann mit jener der Politiker verglichen werden kann, um so herauszufinden wer die eigenen Interessen am passendsten vertritt.

Mögliche Fragen, die auf smartvote beantwortet werden können:

Soll sich der Kanton Solothurn finanziell stärker für familienergänzende Betreuungsplätze (Tagesstätten, Tagesschulen, Mittagstische) engagieren?

Befürworten Sie eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer (z.B. auf 67 Jahre)?

Soll der Kanton Solothurn mehr Geld für die Verbilligung der Krankenkassenprämien bereitstellen?

Alle Fragen in der deluxe oder rapide-Version gibt es hier.