Kantonsratswahlen
Parteien stehen beim Wählen über den Kandidaten

Jede Wählerin und jeder Wähler kann die eigenen Stimmen optimieren. Wähle ich nach Partei oder mehr nach Köpfen: Diese Überlegung sollte sich jeder Wähler vor seiner Stimmabgabe machen.

Marco Zwahlen
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Ob an der Urne oder per Post – Hauptsache, man wählt.

Ob an der Urne oder per Post – Hauptsache, man wählt.

Fränzi Rütti-Saner

Der Kantonsrat wird nach dem Proporzwahlrecht gewählt. Dabei werden die 100 Sitze in den fünf Wahlkreisen (Amteien) im Verhältnis der Parteistimmen (Kandidaten- und Zusatzstimmen) auf die Listen verteilt.

Entscheidend: In erster Linie stimmen die Wählenden für eine Partei, in zweiter Linie für eine Person. Denn: Zuerst werden mit den gültigen Stimmen für die jeweiligen Listen oder Listenverbindungen deren Stärken festgestellt. Anhand der Parteistimmen werden dann die Mandate (inklusive Restmandate) verteilt. Innerhalb der Liste gewählt sind jene Kandidierenden mit den meisten Stimmen. Beim Ausfüllen des Wahlzettels gilt: Auf der Liste muss mindestens ein Kandidatenname stehen. Und: Es dürfen höchstens so viele Namen aufgeführt sein, wie Mandate im jeweiligen Wahlkreis (Amtei) zu vergeben sind.

Wählen nach Parteien ...

Bei der Stimmabgabe sind die Instrumente Panaschieren und Kumulieren zu beachten: Wer eine Partei besonders bevorzugt, gibt deren Liste möglichst unverändert ab. Wer Kandidaturen besonders unterstützen will, trägt deren Namen maximal ein zweites Mal ein (Kumulieren). Dabei können die leeren Listenplätze aufgefüllt oder vorgedruckte Namen gestrichen werden. Achtung: Gänsefüsschen und dergleichen sind ungültig. Und: Manchmal sind die Namen bereits zweimal aufgeführt.

Beim Panaschieren wird auf einer vorgedruckten Liste handschriftlich der Name eines oder mehrerer Kandidaten einer anderen Liste eingesetzt. Dies, indem ein oder mehrere vorgedruckte Namen gestrichen und/oder die leeren Listenplätze handschriftlich aufgefüllt werden. Das zweifache Aufführen der Wunschkandidaten ist möglich. Zu bedenken ist: Panaschierstimmen sind für die ausgewählte Liste verlorene Parteistimmen. Sie unterstützen den eingesetzten Kandidaten und dessen Liste, einen Sitz zu gewinnen. Ausgenommen der Kandidat gehört einer Liste an, mit der die Liste des panaschierten Kandidaten eine Listenverbindung hat.

... oder nach Kandidaturen

Zuhinterst in der Wahlzettelbroschüre hat es einen Wahlzettel ohne Vordruck. Damit kann eine Liste handschriftlich mit Kandidaten nach eigenem «Gusto» zusammengestellt werden. Auch bei diesem Wahlzettel gilt: Das zweimalige Aufführen eines Namens ist erlaubt. Und: Jede Kandidatenstimme ist gleichzeitig eine Parteistimme. Oben auf dem Zettel können eine Listenbezeichnung und die entsprechende Listennummer eingetragen werden. So kommen die allenfalls leer bleibenden Linien der Liste als Parteistimmen zugute. Wird keine Listenbezeichnung aufgeführt, gelten leergelassene Linien als leere Stimmen.

Bei jeder Wahl gilt: Wählbar sind die offiziellen Kandidaten. Es darf nur ein Wahlzettel abgeben werden. Solche mit Ehrverletzungen oder Kennzeichnungen (Sprüche, Bemerkungen usw.) sind ungültig. Bei Postversand ist das Antwortcouvert frankiert bis Dienstagabend (B-Post) oder Donnerstagabend (A-Post) vor dem Wahlsonntag aufzugeben. Nicht vergessen: Stimmrechtsausweis unterschreiben.

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