Auf Heinz Flück richten sich in den kommenden Wochen viele Augen. Flück ist Co-Präsident des VCS Solothurn. Sein Verband könnte jetzt nämlich den Umbau des Kurhauses auf dem Weissenstein verzögern. Denn noch bis zum 29. November liegen der Gestaltungs- und der Nutzungsplan Weissenstein auf. Beide müssen gutgeheissen werden, bevor das Kurhaus umgebaut werden kann. Bei beiden könnte Einsprache erhoben werden. Nicht nur vom VCS.

Gerade der VCS aber interessiert sich für die Pläne. Denn der kantonale Nutzungsplan regelt ein Kernanliegen des VCS: Das Parkieren auf den Berg und die Frage, wer wann hinauffahren darf und wer etwa vom Sonntagsfahrverbot ausgenommen ist. Immer wieder hat der VCS in der Vergangenheit Kritik an der Parkplatzsituation auf dem Weissenstein geübt. Einerseits stört ihn wildes Parkieren.

Ebenso ein Dorn im Auge sind dem VCS die Fahrten auf den Berg und das Parkieren dort bei Grossveranstaltungen; gerade beim beliebten Weissenstein-Schwinget. «Es kann nicht sein, dass man eine neue Seilbahn hat, aber dann fahren bei einem solchen Anlass nur 20 Prozent der Besucher mit der Bahn auf den Berg», so VCS-Co-Präsident Flück.

Deshalb hat sich der VCS im Vernehmlassungsverfahren zu den nun aufliegenden Plänen auch starkgemacht, die Zahl der Grossanlässe auf dem Berg fix auf 3 pro Jahr zu beschränken. Ebenso wollte der Verkehrs-Club, die Veranstalter verpflichten, zusammen mit der Seilbahn «attraktive öV-Kombiangebote anzubieten». Denn auch die Seilbahn möchte der VCS stärker in die Pflicht nehmen. Und nicht zuletzt wollte der Verband maximal 400 Autos pro Anlass auf den Berg lassen – oder alternativ nur Autos, «die mit vier oder mehr Personen besetzt sind».

Alle diese Anliegen haben sich in der definitiven Version allerdings nicht niedergeschlagen. Weder will der Kanton die Zahl der Grossveranstaltungen beschränken noch die Parkplatzzahl bei den Ausnahmeveranstaltungen. Und auch das Anliegen, dass die beiden Parkplätze auf dem Weissenstein – derjenige unter dem Kurhaus und derjenige bei der Abzweigung zum Hinterweissenstein – zusammengelegt werden, fand derzeit keine Zustimmung.

Im Gespräch – oder auch nicht

Wird sich der VCS also mit einer Einsprache wehren? Noch sei kein Entscheid gefallen, sagt Flück. «Das wird am 24. November vom Vorstand entschieden.» Der Solothurner lässt aber durchblicken, dass der Verband nicht die Absicht habe, «das Kurhausprojekt zu verzögern». Zufriedengestellt haben den VCS offenbar Gespräche mit der Gemeinde Oberdorf, die die Bewilligungen für die Grossveranstaltungen auf dem Berg erteilt.

«Wir können davon ausgehen, dass die Gemeinde nicht gross Hand bietet für weitere Grossveranstaltungen neben dem Schwingfest und dem Uhuru», sagt VCS-Co-Präsident Flück. Oberdorfs Gemeindepräsident Patrick Schlatter hatte dies auch bereits im September öffentlich erklärt.

Zudem will Bernard Staub, Chef im Amt für Raumplanung, eine Begleitgruppe einsetzen, die die Entwicklung am Berg begleiten soll und «Grenzen setzen kann, wenn etwas ausufern sollte», so Staub.

So oder so hat der VCS bereits Erfolge errungen: Er konnte Druck machen, dass die Parkplatzbewirtschaftung thematisiert wurde, die trotz Vorschriften in der Vergangenheit fehlte. Und der VCS will so oder so hartnäckig dranbleiben, damit beim Schwingfest weniger Autos auf den Berg fahren. «Wir haben Vorschläge und möchten diese mit den Schwingern bereden», sagt Flück. 

Offenbar hat der VCS als Stachel aber auch Gegenreaktionen geweckt. Es sehe so aus, als ob der OK-Präsident des Schwingfestes seinen Leuten die Devise durchgegeben habe, keine Gespräche mit dem VCS zu führen, so Flück. Darauf angesprochen, zeigt sich Michael Guldimann, OK-Chef des Schwingfestes, kurz angebunden. Derzeit wolle er nichts zur Thematik sagen, hält er fest. VCS-Co-Präsident Flück habe er noch nie gesehen.

Einmal mehr treffen am Berg verschiedene Interessen aufeinander. Amtschef Bernard Staub hat das schon mehrfach miterlebt. Er signalisiert Gesprächsbereitschaft und will sich dafür einsetzen, dass die unterschiedlichen Akteure am Berg miteinander sprechen. Gibt es keine Einsprachen, könnte im Frühling das Baugesuch für das Kurhaus folgen.