Doppelbesteuerungsabkommen
Paris schickt 3,8 Millionen Franken nach Solothurn

Von den 292,4 Millionen Franken, die Frankreich im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens an die Schweiz überwiesen hat, gehen 3,8 Millionen in den Kanton Solothurn.

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Der französische Staat überweist jeweils jährlich 4,5 Prozent der Bruttolohnsumme, welche die französischen Grenzgänger in der Schweiz verdienen. (Symbolbild)

Der französische Staat überweist jeweils jährlich 4,5 Prozent der Bruttolohnsumme, welche die französischen Grenzgänger in der Schweiz verdienen. (Symbolbild)

Keystone

Auch die französischen Grenzgänger leisten ihren Obolus an die Schweizer Staatskasse. Im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens mit Frankreich hat «Paris» fristgerecht am 1. Juli 2014 der Schweiz 292,4 Millionen Franken überwiesen, wie die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) am Mittwoch bekannt gab.

Davon flossen 3,8 Millionen Franken an den Kanton Solothurn, erklärt auf Anfrage EFV-Sprecher Philipp Rohr. Insgesamt ging das Geld an acht Kantone, am meisten in die Kantone Waadt (94 Mio.), Baselstadt (75 Mio.), Neuenburg (43 Mio.) und Baselland (43 Mio.). Die Zahlung basiert auf einer schweizerisch-französischen Vereinbarung über die Besteuerung der Grenzgänger aus dem Jahr 1983. Demnach überweist der französische Staat jeweils jährlich 4,5 Prozent der Bruttolohnsumme, welche die französischen Grenzgänger in der Schweiz verdienen.

Diese Ausgleichszahlung wird dann bei der Besteuerung der Grenzgänger in Frankreich angerechnet. Im vergangenen Jahr erhielt die Schweiz insgesamt 276 Millionen Franken (Solothurn 3,7 Mio.) aus Paris. Allerdings erfolgte damals die Zahlung ein halbes Jahr zu spät, was in Bern zu Irritationen führte.

Rund 1100 Frontaliers

Laut Angaben der Finanzverwaltung wurden 2013 an französische Grenzgänger, die im Kanton Solothurn tätig waren, knapp 85 Millionen Franken Bruttogehälter ausbezahlt. Diese verteilten sich auf rund 1100 Frontaliers, wie einer Erhebung des Bundesamtes für Statistik zu entnehmen ist.

Weitere Vereinbarungen über die Besteuerung von Grenzgängern in der Schweiz existieren mit den Nachbarländern Deutschland, Italien und Österreich. Nach Frankreich stammen mit rund 720 am meisten Grenzgänger im Solothurnischen aus Deutschland. Damit deren Einkommen nicht doppelt besteuert wird, kommt hier die im entsprechenden Abkommen festgehaltene Quellensteuer zum Zuge.

Den deutschen Grenzgängern wird demnach in der Schweiz maximal 4,5 Prozent vom Bruttolohn abgezwackt. Diese in der Schweiz erhobene Steuer wird dann vom deutschen Fiskus angerechnet.

Insgesamt sind in der Schweiz rund 264 000 Grenzgänger registriert. Acht von zehn Grenzgängern arbeiten in der Genferseeregion, im Grossraum Basel oder im Tessin. (FS/SVA)