Die Emmentaler Gemeinde liegt neun Kilometer südlich von Solothurn. Die Behörden wurde am Montagnachmittag von der Geschäftsleitung ins Bild gesetzt, wie Beat Singer gegenüber der sda sagte. Am Abend traf sich der Gemeinderat bereits zu einer Sondersitzung.

«Wir bedauern die Schliessung ungemein», sagte Singer. «220 Mitarbeiter trifft es an den 'Gring', das tut weh.» Zugleich gehe ein Stück Industriegeschichte nach 125 Jahren zu Ende.

Singer äusserte aber auch Verständnis für den Entscheid der Geschäftsführung. Die Gemeinde sei stets in engem Kontakt mit der Unternehmensspitze gestanden, jedes Jahr habe es eine Zusammenkunft gegeben.

Papieri Utzenstorf schliesst: 200 Mitarbeiter bald ohne Job

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Der steigende Altpapierpreis bricht der angeschlagenen Papierfabrik das Genick. Alle Angestellten müssen sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen.

«Wir haben mitbekommen, wie die Geschäftsführung zusammen mit der Belegschaft nach Auswegen suchte», sagte Singer. Man habe immer gehofft, dass dies gelinge. Zugleich sei klar gewesen, dass dies nicht einfach sei. «Dass es nun so schnell ging, hat uns schon erschreckt.»

Die Schliessung sei für die ganze Region ein harter Schlag, machte Singer deutlich. Rund 85 Prozent der ganzen Belegschaft wohnen im Umkreis von 20 Kilometern.

Fabrik wird abgerissen

Wie wichtig die «Papieri» für Utzenstorf ist, zeigt sich auch an der Grösse: Das Fabrikareal erstreckt sich auf 230'000 Quadratmetern. Die Fabrik, die seit 1892 das Ortsbild prägte, soll nun zurückgebaut werden. Das Gelände soll einer neuen Nutzung zugeführt werden, Näheres ist nicht bekannt.

Das Areal der Papierfabrik.

Das Areal der Papierfabrik.

Die Gemeinde mit ihren 4250 Einwohnern wird die Schliessung auch finanziell zu spüren bekommen. «Darum geht es im Moment aber nicht», betonte Gemeinderatspräsident Singer. «Im Mittelpunkt stehen nun erst einmal die betroffenen Mitarbeiter.»