Pandemie
Von Gerüchten über Unfruchtbarkeit bis zur Frage nach dem richtigen Moment: Fragen zu Impfung und Schwangerschaft

Bereits seit mehreren Wochen können sich alle Altersgruppen in der Schweiz impfen lassen. Am wenigstens geimpft sind laut einer Umfrage des Bundesamts für Gesundheit junge Frauen.

Rebekka Balzarini
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Der Impfstoff von Pfizer/Biontech.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech.

Pablo Gianinazzi / Keystone

Eine Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigt, dass rund ein Drittel der Frauen zwischen 15 und 34 skeptisch ist gegenüber einer Impfung. Laut der Umfrage haben viele davor Angst, dass eine Impfung zu Unfruchtbarkeit führen könnte. Antworten auf drei Fragen zum Thema Schwangerschaft, Fruchtbarkeit und Impfung.

Kann eine Impfung gegen Covid-19 unfruchtbar machen?

Dafür gibt es keinerlei Belege. Auch bei den mRNA-Impfstoffen gibt es keine Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Impfung und der Unfruchtbarkeit bei Frauen herstellt. Ein Argument in Zusammenhang mit den mRNA-Impfstoffen ist, dass eine Impfung eine Immunreaktion gegen das Protein Syncytin-1 auslösen könnte. Dieses Protein ist für den Aufbau der Plazenta nötig. Grund dafür soll sein, dass das Protein Syncytin-1 dem Spike-Protein des Coronavirus ähnelt. Die Aminosäuren, aus denen Proteine aufgebaut sind, ähneln sich tatsächlich auf gewissen Abschnitten. Allerdings ist die Überlappung viel zu gering, als dass der Körper die beiden Proteine verwechseln könnte. Molekularbiologe Martin Moder vergleicht dies in einem Erklärvideo für das Robert-Koch-Institut mit zwei Seiten in einem Buch: Dass sich einige Buchstabenfolgen ähneln oder identisch sind, kommt immer wieder vor. Trotzdem steht auf den beiden Seiten ein anderer Text. Denkt man das Unfruchtbarkeitsargument der Impfgegner zu Ende, dann müsste auch eine Infektion mit Sars-Cov-2 unfruchtbar machen. Denn auch da bildet der Körper Abwehrstoffe gegen das Spike-Protein. Aber es gibt auch nach einer Coronainfektion keinen Hinweis darauf, dass Frauen unfruchtbar werden.

Kann die Impfung den Menstruationszyklus beeinflussen?

Eine kurzfristige Auswirkung der Impfung auf die Menstruation kann nicht ausgeschlossen werden. Das schreibt das Bundesamt für Gesundheit BAG auf seiner Website. «Längerdauernde negative Effekte auf die Menstruation sind jedoch nicht bekannt und auch keine Effekte auf die Fruchtbarkeit», heisst es auf der Seite weiter. Der Zyklus ist ohnehin anfällig für Stress­reaktionen. Auch eine starke Erkältung oder eine hohe Belastung im Alltag könne sich kurzfristig auf den Zyklus auswirken.

Ist eine Impfung in der Schwangerschaft möglich?

Laut BAG gibt es zu der Covid-19-Impfung in der Schwangerschaft noch wenig Daten. Aktuell gebe es aber keine Hinweise darauf, dass bei der Impfung von schwangeren Frauen in der Schwangerschaft Probleme auftreten würden. Eine Impfung ist für Frauen empfohlen, die einem erhöhten Ansteckungs­risiko ausgesetzt sind oder zu einer Risikogruppe gehören. Für alle anderen schwangeren Frauen ist eine Impfung ebenfalls möglich und kann nach Absprache mit der behandelnden Person erfolgen. Geimpft wird aber erst, nachdem die ersten 12 Schwangerschaftswochen vorbei sind. In dieser Zeit kann es am ehesten zu Komplikationen kommen.

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