Pandemie
Solothurner Spitäler am Anschlag? Kanton sucht nach Auswegen – und nach Betreibern für Testzentren

Die pandemische Lage bleibt angespannt, gleichzeitig plant der Kanton die Zukunft der Teststrategie. Für zwei Testzentren werden per Januar 2022 neue Betreiber gesucht.

Rebekka Balzarini
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Ärzte und Pflegende kümmern sich um Covid-Patienten in einer Intensivstation im Universitätsspital Basel.

Ärzte und Pflegende kümmern sich um Covid-Patienten in einer Intensivstation im Universitätsspital Basel.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Im Kanton Solothurn ist die Lage in den Spitälern weiterhin ernst: Stand Donnerstag mussten im Kanton laut dem Gesundheitsamt 42 Personen im Spital behandelt werden, 12 davon auf der Intensivstation.

Stabil, aber nach wie vor hoch bleibt die Zahl der täglich vermeldeten laborbestätigten Neuinfektionen. Am Donnerstag wurden 139 neue Fälle im Kanton gemeldet.

Die Fallzahlen führen zu Belastung der Spitäler

Ein Blick in den epidemiologischen Lagebericht zeigt, wie sich die Situation im Kanton in der vergangenen Woche entwickelt hat. Laut dem Bericht ist in der vergangenen Woche erneut eine Person in Zusammenhang mit einer Covid-19 Erkrankung verstorben. In der Vorwoche gab es ebenfalls einen Todesfall. 42 Personen mussten im Spital behandelt werden, in der Vorwoche waren es 21.

Positiv getestet wurden in der vergangenen Woche 869 Personen, in der Woche davor waren es 693 gewesen. Am meisten betroffen war der Bezirk Lebern, gefolgt von Olten und Solothurn. Auch an den Schulen zeigt sich, dass Sars-CoV-2 aktuell vermehrt im Kanton grassiert. In der vergangenen Woche mussten 32 Klassen in Quarantäne.

Erster Schultag an der Primarschule Lostorf.

Erster Schultag an der Primarschule Lostorf.

Bruno Kissling

Insgesamt waren 501 Schülerinnen und Schüler und 56 Lehrpersonen in Quarantäne geschickt worden. In der Vorwoche waren es noch 14 Klassen, 230 Schülerinnen und Schüler und 18 Lehrpersonen. Die hohen Fallzahlen stellen die Spitäler, denen es teilweise an Fachpersonal mangelt, vor eine grosse Herausforderung.

Die Erschöpfung des Personals sei gross, liess die Solothurner Spitäler AG (soH) in dieser Woche verlauten. Ebenfalls und zusätzlich belastend für das Personal sei, dass der grösste Teil der hospitalisierten Personen ungeimpft sei. Dass sich viele schwere Verläufe so hätten vermeiden lassen, trage zusätzlich zu der Erschöpfung bei. Die meisten Personen im Spital sind unter 40 Jahre alt, wie dem Lagebericht des Kantons zu entnehmen ist.

Rundgang durch das Bürgerspital Solothurn während der Coronakrise.

Rundgang durch das Bürgerspital Solothurn während der Coronakrise.

Hanspeter Bärtschi

Aktuell sind im Kanton Stand Donnerstag 146'679 Personen doppelt geimpft, das entspricht rund 52.6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wie der kantonale Fachstab Pandemie die Lage im Kanton aktuell einschätzt, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Die Verwaltung verwies auf Anfrage auf eine Medienkonferenz, die in der kommenden Woche stattfinden soll. An dieser Konferenz will der Kanton auch über die Situation in den Spitälern informieren.

Teststrategie der Zukunft wird geplant

Aktuell laufen beim Kanton ebenfalls die Planungsarbeiten dazu, wie hier die Teststrategie im kommenden Jahr aussehen soll. Aktuell werden für Januar 2022 Betreiber für zwei kantonale Testzentren gesucht. Die aktuellen Leistungsverträge mit den Betreibern der kantonalen Testzentren – die KFK Testcenter GmbH und die 2communications AG – laufen per 31. Dezember 2021 aus.

«Primär werden also Anbietende von zwei Testzentren gesucht, welche Antigen-Schnelltests und Einzel-Speichel-PCR-Tests durchführen können», schreibt die Kommunikationsverantwortliche des Fachstabs Pandemie, Mirjam Andres. «Ein weiteres wichtiges Instrument zur Eindämmung der Pandemie ist die Durchführung von Ausbruchsuntersuchungen und repetitiven Tests mittels mobilen Einheiten». Eine wichtige Rolle bei der kantonalen Teststrategie würden ausserdem weiterhin Apotheken und Arztpraxen spielen, heisst es weiter.

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