Pandemie
Missverständnis aufgeklärt: Mit dem Hilfseinsatz im Solothurner Bürgerspital klappt es doch noch

In einem Leserbrief in der «Solothurner Zeitung»
vom vergangenen Freitag wunderte sich Ines Mattiello: Sie habe dem Bürgerspital Solothurn ihre Hilfe angeboten, um das Personal auf der Intensivstation zu entlasten, habe aber keine Rückmeldung erhalten. Nun ist klar: Schuld war ein Missverständnis.

Rebekka Balzarini
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Auch für einen kurzen Einsatz im Spital braucht es hochqualifizierte Fachkräfte.

Auch für einen kurzen Einsatz im Spital braucht es hochqualifizierte Fachkräfte.

Hanspeter Bärtschi

Ines Mattiello ist Berufsschullehrerin und war in der Vergangenheit während mehrerer Jahre im Bürgerspital in Solothurn als Expertin Intensivpflege tätig. Eine ausgebildete Fachkraft also, die weiss, auf was bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation geachtet werden muss.

Umso mehr wunderte sich Mattiello, als ein Angebot von ihr an das Spital während Tage unbeantwortet blieb. Sie habe dem Bürgerspital angeboten, auf der Intensivstation auszuhelfen, um das Personal zu entlasten, schrieb sie in einem Leserbrief, der am vergangenen Freitag in der «Solothurner Zeitung» erschien. Gerne würde sie bei der Grundpflege der Patientinnen und Patienten mithelfen, habe sie dem Spital in ihrer Nachricht mitgeteilt. Auch für einfache Botengänge bot sie ihre Hilfe an, um das Personal zu entlasten – auch unentgeltlich, wie es in dem Leserbrief heisst.

Auf ihre Nachricht habe sie prompt die Rückmeldung erhalten, dass ihr Angebot an die Leitung der Intensivstation weitergeleitet werde. Nur: Von der Intensivstation erhielt sie keine Antwort. «Zehn Tage später immer noch keine Antwort. Ich bin überrascht und irritiert; keine Absage, keine Information, echolos und stumm», so Mattiello in ihrem Leserbrief.

Happy End: Ein Einsatz ist nun doch noch möglich

Noch an dem Tag, als der Brief in der Zeitung gedruckt wurde, zeigte sich aber: Dass Mattiellos Angebot ohne Antwort blieb, lag an einem Missverständnis. Das bestätigt Oliver Schneider, Leiter Kommunikation der Solothurner Spitäler AG. «In dem konkreten Fall war es so, dass das Angebot direkt via Intensivpflegestation (IPS) bei uns eingegangen ist, dort aber aufgrund der hohen Belastung der Mitarbeitenden schlicht und einfach übersehen worden ist», schreibt Schneider.

«Ohne jede Absicht, denn über so qualifizierte Hilfe müssen wir uns ja freuen. Wir haben zwischenzeitlich mit Frau Mattiello Kontakt aufgenommen und uns für das Versehen entschuldigt. Ihr Angebot gilt noch immer. Sie wird uns demnächst auf der IPS unterstützen.»

Allgemein würde die soH regelmässig Hilfsangebote erhalten. Nicht alle Angebote könne man aber annehmen, erklärt Schneider. «Wir haben vor allem in der ersten Covid-Welle einige Hilfsangebote von Personen erhalten, die uns unterstützen wollten. Die Qualifikationen waren sehr unterschiedlich. Grundsätzlich wird jede Anfrage bestätigt und geprüft.»

Nicht alle Angebote könne man aber annehmen, erklärt er weiter. «Vielen Personen mussten wir während der Pandemie eine Absage erteilen, weil sie nicht die Qualifikationen erfüllten, die in einem Spital auf einer Pflegestation oder gar auf einer Intensivpflegestation nötig sind.»

Auch Angebote für Hilfe in Bereichen wie der Gastronomie habe man erhalten, so Schneider. Diese habe man abgelehnt, weil man die Arbeit mit den eigenen Angestellten habe abdecken können.

Ausbildung ist zwingend nötig

Tatsächlich auf einer Intensivstation aushelfen dürfen nur Personen wie Ines Mattiello, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Konkret ist laut Schneider eine Ausbildung im Pflegebereich und ein zweijähriges Nachdiplomstudium im Bereich Intensivpflege nötig. Aber auch dieses sei keine Garantie dafür, tatsächlich einen Einsatz leisten zu können:

«Aufgrund der kontinuierlichen und raschen technischen Entwicklungen auf einer IPS ist es aber nicht einfach möglich, für einen befristeten Zeitraum einzuspringen, wenn man längere Zeit aus dem Berufsumfeld weg ist.»

Wenn man Angebote von ausgebildeten Intensivpflegefachpersonen erhalten, würden diese jeweils sofort geprüft. «Denn auf dem Arbeitsmarkt sind diese hochqualifizierten Mitarbeitenden kaum zu finden», erklärt Oliver Schneider.

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