Pandemie
Kühles Wetter, steigende Fallzahlen: Im Kanton Solothurn zeigt der Trend bei den Covid-19-Infektionen wieder nach oben

Die Zahl der Neuinfektionen im Kanton Solothurn hat sich laut dem aktuellsten Lagebericht gegenüber der Vorwoche mehr als verdoppelt. Der Grund dafür ist laut dem Fachstab Pandemie das kalte Herbstwetter.

Rebekka Balzarini
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HESO 2021: Testzentrum beim Baseltor

HESO 2021: Testzentrum beim Baseltor

Hanspeter Bärtschi / SZ

Es passiert, was der ehemalige Kantonsarzt Lukas Fenner schon in seinem Abschiedsinterview im September für möglich gehalten hat: Kaum sinken die Temperaturen, steigt auch die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 wieder an. Das zeigt ein Blick in den wöchentlichen Situationsbericht zur epidemiologischen Lage von Covid-19 im Kanton Solothurn, der jeweils am Mittwoch veröffentlicht wird.

Laut dem aktuellen Lagebericht wurden in der vergangenen Woche 196 Personen positiv auf Covid-10 getestet. Das sind mehr als doppelt so viele Personen als in der Vorwoche: Vom 11. Oktober bis zum 17 Oktober waren lediglich 96 Personen positiv getestet worden. Die Positivitätsrate lag in der vergangenen Woche bei 3,5 Prozent. Das bedeutet, dass 3,5 Prozent der im Kanton durchgeführten Tests positiv ausgefallen sind.

Die Reproduktionszahl, die jeweils das Infektionsgeschehen vor rund 10 Tagen abbildet, ist ebenfalls wieder gestiegen. In der vergangenen Woche lag sie bei rund 1,45. Das bedeutet, dass 10 infizierte Personen 15 weitere anstecken könnten.

Auch die Spitalbetten füllen sich wieder

Entsprechend füllen sich auch die Spitalbetten im Kanton wieder. In der vergangenen Woche mussten zwölf Covid-19 Patientinnen und -Patienten im Spital versorgt werden. In der Vorwoche waren es noch sechs Patientinnen und Patienten. In der vergangenen Woche gab es ausserdem einen Todesfall, mittlerweile sind im Kanton Solothurn 284 Personen in Zusammenhang mit einer Covid-19 Erkrankung gestorben.

Die Belastung der Intensivstationen ist im Kanton dagegen noch nicht stark angestiegen. In der vergangenen Woche mussten zwei Personen auf der Intensivstation gepflegt werden, in der Vorwoche waren es ebenfalls zwei Personen.

Vom Fachstab Pandemie gab es am Donnerstag auf Anfrage nur wenige Angaben dazu, wie man die Situation im Kanton aktuell einschätzt. «Wir gehen davon aus, dass die sinkenden Temperaturen für die Zunahme der Fallzahlen mitverantwortlich sind», schreibt Mirjam Andres, die Kommunikationsverantwortliche des Fachstabs.

Die Auswirkung der Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrern dagegen sei Moderat. Lediglich bei 10 Prozent der neu entdeckten Fälle sei die vermutete Ansteckungsquelle auf eine vorangegangene Reise zurückzuführen.

Hoffnung setzt der Fachstab dagegen in die Impfoffensive, die im nächsten Monat gestartet wird: «In den Augen von Bund und Kanton ist die Impfung der Schlüssel zum Ausstieg aus der Krise», schreibt Andres.

«Wir hoffen mit der Impfoffensive im November möglichst viele unentschlossene Personen von der Impfung überzeugen zu können».

Im Kanton Solothurn sind mittlerweile 169'927 Personen vollständig geimpft. Das entspricht 63,93 Prozent der Gesamtbevölkerung. 181'060 Personen haben eine Impfdosis erhalten, das entspricht 66,07 Prozent der Gesamtbevölkerung. Hoffnung setzt der Kanton auf die Impfkampagne, die in den Gemeinden starten soll. So ist am 2. November in Breitenbach ein Einsatz geplant.

Im Rahmen der Impf- und Informationskampagne werden mobile Teams in den Gemeinden im Kanton vorbeigehen, um die Bevölkerung vor Ort zu informieren und bei Bedarf auch zu impfen. Mit diesem niederschwelligen Angebot sollen Personen erreicht werden, für die der Weg in die Impfzentren in Trimbach oder Selzach zu weit entfernt ist.

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