Kanton Solothurn
Extra-Impftag für die Jüngsten: Nun sind die 12- bis 15-Jährigen an der Reihe

Nun können sich auch die 12-Jährigen gegen Covid-19 impfen lassen. Die Impfung für diese Altersklasse wird empfohlen, wenn sich Kinder und Jugendliche vor einer Erkrankung schützen wollen oder mit Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben. Allgemein zeigt sich im Kanton Solothurn: Mit der Impfbereitschaft wird es harzig.

Rebekka Balzarini
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Grünes Licht auch für Impfungen für Jugendliche. (Themenbild)

Grünes Licht auch für Impfungen für Jugendliche. (Themenbild)

Sandra Ardizzone

Seit Dienstag ist klar: Auch für Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren ist eine Impfung gegen Covid-19 empfohlen, wenn sie sich und andere vor einer Ansteckung schützen wollen. Im Kanton Solothurn sind dafür extra zwei Impftage geplant, heisst es auf Anfrage bei der Verwaltung.

Am 13. und am 21. Juli können sich die 12- bis 15-Jährigen im Impfzentrum in Solothurn impfen lassen. «Für die medizinische Betreuung und Beratung werden an beiden Tagen Kinderärztinnen und Kinderärzte vor Ort im Einsatz sein», schreibt die Verwaltung weiter.

Anmelden können sich die Kinder und Jugendlichen ab Anfang Juli. Über das genaue Prozedere will der Kanton in der nächsten Woche mit einer Medienmitteilung informieren. Während Jugendliche ab 16 Jahren die Registrierung selber vornehmen können, benötigen die 12- bis 15-Jährigen eine Einwilligungserklärung ihrer Eltern, heisst es von der Verwaltung weiter. Die Einwilligungserklärung werde in den Anmeldeprozess integriert, das Dokument müsse am Impftag unterschrieben im Impfzentrum vorgewiesen werden.

«Wichtig ist, dass die Eltern vorgängig mit ihren Kindern offen über die Covid-19-Impfung reden und eine Nutzen-Risiko-Analyse vornehmen», so die Verwaltung weiter.

«Wie bei jeder anderen Impfung auch soll die Covid-19-Impfung einvernehmlich mit den Eltern vorgenommen werden.»

Für Gespräche würden etwa die Kinder- und Hausärzte zu Verfügung stehen, ausserdem prüfe man derzeit verschiedene Optionen für Informationsveranstaltungen. In Ausnahmefällen sei es möglich, dass «urteilsfähige Jugendliche» sich nach einem Gespräch mit dem Impfarzt auch ohne Einverständniserklärung der Eltern impfen lassen.

Impfbereitschaft steht unter Beobachtung

Bereits impfen lassen dürfen sich Jugendliche ab 16 Jahren, die Impfbereitschaft dieser Altersgruppe ist aber eher tief. Bereits in der vergangenen Woche kündigte der Kanton an, dass die Jugendlichen mit einer gezielten Social-Media-Kampagne informiert werden sollten. Damit will man nun aber noch zuwarten, heisst es von der Verwaltung: «Das Konzept steht. Wir werden aber mit der Umsetzung noch abwarten und in den kommenden Wochen schauen, wie die Impfbereitschaft unter den Jugendlichen überhaupt aussieht.»

Überhaupt beginnt im Kanton nun die Knochenarbeit, um die Impfbereitschaft bei der Bevölkerung zu erhöhen. Nachdem die Risikogruppen bereits früh geimpft wurden und ein grosser Teil dieser Gruppe das Angebot angenommen hat, wird die Impfbereitschaft in der übrigen Bevölkerungen mit abnehmendem Alter immer kleiner.

Drive-In wenig benutzt

Die Infrastruktur, die im Kanton aufgebaut wurde, wird viel weniger genutzt als geplant: Die Impf-Drive-ins im Kanton sind so schwach besucht, dass sich der Betrieb zu den ursprünglich geplanten Öffnungszeiten nicht mehr lohnt.

Bruno Kissling

Aktuell stehen die Drive-ins nur noch an einzelnen Tagen offen. In der vergangenen Woche hatte die Verwaltung weitere «niederschwellige Angebote» angekündigt, um weitere Menschen von einer Impfung überzeugen zu können.

Wie diese Angebote aussehen sollen, gibt der Kanton aber nicht bekannt. «Wir prüfen derzeit mehrere Optionen und werden darüber informieren, sobald es spruchreif ist», heisst es auf Anfrage.