Pandemie
Auch nach den Herbstferien gilt: An den Schulen im Kanton Solothurn bleibt das Testen freiwillig

Für die kommenden Wintermonate befürchtet auch das kantonale Gesundheitsamt erneut mehr Ansteckungen mit Sars-CoV-2. An den Schulen startet das Quartal nach den Herbstferien trotzdem mit dem Testregime, das sich bereits nach den Sommerferien bewährt hat. Testfreudigen Schulklassen winkt aber neu eine Belohnung.

Rebekka Balzarini
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An den Schulen gelten weiterhin Schutzkonzepte.

An den Schulen gelten weiterhin Schutzkonzepte.

Patrick Luethy

Aktuell ist die Zahl der Neuinfektionen im Kanton Solothurn wieder niedriger als noch vor einigen Wochen. Die vierte Welle ist überstanden, die Spitäler sind weniger ausgelastet als noch im September. In den nächsten Wochen könnte sich das aber wieder ändern: Wenn es kühler wird und sich das Leben zunehmend in Innenräumen abspielt, dann steigt auch die Zahl der Personen, die sich mit dem Coronavirus anstecken. Damit rechnete unter anderem der Solothurner Kantonsarzt in einem Interview Anfang September.

Weil sich das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung jeweils auch in den Schulen widerspiegelt, ist auch in den Solothurner Schulzimmern wieder mit mehr Fällen zu rechnen. Am Freitag hat das Volksschulamt deshalb die Schulleitungen im Kanton darüber informiert, mit welchen Schutz- und Testmassnahmen man nach den Herbstferien in den Schulalltag starten will. Änderungen gibt es für die Schulen trotz der kühleren Jahreszeit aber keine. Das Test- und Massnahmenregime hat sich aus Sicht des Volksschulamts bewährt und wird entsprechend ohne Verschärfungen weitergeführt.

Ein Ziel ist es, den Fernunterricht möglichst zu vermeiden

Damit ist auch klar: Es wird an den Solothurner Schulen keine Pflicht für präventive repetitive Testungen geben. Zwar sei man beim Volksschulamt vom Nutzen der präventiven repetitiven Testungen, bei denen auch asymptomatische Fälle entdeckt werden können, überzeugt, erklärt Andreas Walter, der Leiter des Volksschulamts. Ab der dritten Testung sei der positive Effekt sichtbar. Trotzdem mache es keinen Sinn, Schulen zu repetitiven Testungen zu verpflichten. «In Gemeinden, wo es viele Fälle gibt, machen auch die Schulen eher an repetitiven Testungen mit», erklärt Walter. Bei der Durchführung der Tests spiele die Genauigkeit eine grosse Rolle und das funktioniere dann am besten, wenn die jeweiligen Schulen von dem Angebot überzeugt seien.

Diese Strategie unterstützt der Verband der Solothurner Lehrerinnen und Lehrer (LSO), wie Präsident Mathias Stricker schreibt:

«Ein Obligatorium mit allen Konsequenzen der Durchführung wäre nicht zielführend, da regional und örtlich die Gegebenheiten sehr unterschiedlich sind und die Schulträger vor Ort am besten einschätzen können, welche Massnahmen zu treffen sind.»

Voraussichtlich werden laut einem Rundschreiben des LSO an die Lehrerinnen und Lehrer im Kanton 43 von 86 Schulträgern nach den Ferien an repetitiven Testungen teilnehmen. Damit könnte rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler im Kanton regelmässig getestet werden.

Schulklassen, die sich nach den Herbstferien freiwillig im Rahmen von präventiven repetitiven Testungen testen lassen, winkt neu eine Belohnung. Wenn sich in einer Klasse regelmässig 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen regelmässig testen lassen, dann müssen sie bei einer oder mehreren Ansteckungen in ihrer jeweiligen Klasse nicht mehr in Quarantäne. Es reicht aus, wenn sie im Unterricht während sieben Tage eine Maske tragen. Diese neue Regel gilt für Kinder ab der 5. Klasse.

Negative Auswirkungen auf Klassen reduzieren

Adrian van der Floe, der Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schuleiter Solothurn (VSL SO), begrüsst diese Massnahme. Es sei wichtig, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen zu bewegen, um die Dunkelziffer möglichst klein zu halten. Auch wenn die Organisation der präventiven repetitiven Testungen für die Schulleitungen ein grosser Aufwand sei.

«Wir unterstützen alle Massnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung der Pandemie und vor allem ist es uns ein grosses und ganz zentrales Anliegen, dass alle Schülerinnen und Schüler vor Ort, also im Schulhaus in der angestammten Klasse, unterrichtet werden können», schreibt van der Floe.

«Mit Testungen erhoffen wir uns alle, dass wir wieder einen weiteren Schritt Richtung Normalität kommen.»

Je nach Stufe sei es noch immer schwierig, im Falle einer Quarantäne einen andauernden Fernunterricht umzusetzen oder einzelne Schülerinnen und Schüler daheim zu unterrichten. Grundsätzlich seien seit Beginn der Pandemie vermehrt psychische Störungen bei Kindern aufgetreten wie Ängste, Depressionen oder aggressives Verhalten, so van der Floe.

«Jegliche Störungen im Schulbetrieb führen zu vermehrter Unruhe aller Beteiligten.»

Im aktuellen Schuljahr, also zwischen den Sommer- und Herbstferien, mussten im Kanton Solothurn 45 Klassen in Quarantäne geschickt werden. Neben den präventiven repetitiven Testungen werden im Kanton ausserdem gezielt Ausbruchsuntersuchungen durchgeführt, wenn in einer Klasse positive Fälle bekannt werden. Diese Ausbruchsuntersuchungen werden jeweils vom kantonsärztlichen Dienst angeordnet.

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