Pandemie
«Nahezu alle Covid-Patienten ungeimpft» – Zahl der Hospitalisierungen steigt auch im Kanton Solothurn

Rund 40 Covid-Patienten müssen im Spital behandelt werden. Der Blick in den epidemiologischen Lagebericht zeigt: Die Zeichen stehen nicht auf Entspannung.

Rebekka Balzarini
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Es liegen wieder viel mehr Covid-19 Patientinnen und Patienten in den Solothurner Spitälern als noch vor ein paar Wochen.

Es liegen wieder viel mehr Covid-19 Patientinnen und Patienten in den Solothurner Spitälern als noch vor ein paar Wochen.

Alex Spichale / BAD

Wie in der gesamten Schweiz verschlechtert sich auch die epidemiologische Lage im Kanton Solothurn weiter. Am Donnerstag wurden 141 laborbestätigte Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Gleichzeitig müssen auch wieder viel mehr Menschen im Spital behandelt werden als noch vor kurzer Zeit.

Mittlerweile sind wieder 40 Personen im Kanton, die an Covid-19 erkrankt sind, in Spitalbehandlung. Neun Personen werden auf der Intensivstation behandelt. Stand gestern standen im Kanton 17 Betten auf der Intensivstation zur Verfügung. Neben den neun Covid-19 Patientinnen und Patienten müssen noch zwei weitere Personen auf der Intensivstation behandelt werden, damit waren im Kanton gestern noch sechs IPS-Betten frei.

Die Zahl der Intensivpflegeplätze mit Beatmungsgeräten kann im Kanton noch erhöht werden. Laut dem kantonalen 3-Phasen-Modell stehen auf einer ersten Eskalationsstufe 25 Intensivpflegeplätze mit Beatmungsgeräten zu Verfügung, auf einer zweiten Eskalationsstufe 40. Auf der zweiten Stufe würden die Spitäler der Solothurner Spitäler AG (soH) allerdings die Unterstützung des Personals der Privatkliniken im Kanton benötigen, und die elektiven Behandlungen müssten eingeschränkt werden.

«Aktuell ist die Lage kontrolliert, kann sich aber je nach epidemiologischer Entwicklung weiter zuspitzen»,

heisst es vom Fachstab Pandemie auf Anfrage. Man stehe in stetigem Austausch mit den Spitälern, um die Zahl der Intensivpflegeplätze bei Bedarf rasch erhöhen zu können.

Ungeimpfte füllen auch im Kanton die Intensivbetten

Laut dem kantonalen epidemiologischen Lagebericht, der jeweils am Mittwoch veröffentlicht wird, könnte sich die Zahl der Personen im Spital in den nächsten neun Tagen verdoppeln. Ebenfalls in dieser Zeit könnte sich die Zahl der positiven Fälle verdoppeln, falls der Trend anhält.

Die Reproduktionszahl R liegt im aktuellen Lagebericht bei 1,36. Weil Krankheitssymptome verzögert auftreten, bildet die Zahl das Infektionsgeschehen vor rund 10 Tagen ab. Ist die Reproduktionszahl höher als 1, nehmen die Fallzahlen exponentiell zu.

Der aktuelle Lagebericht zeigt ausserdem, dass derzeit vor allem ungeimpfte Personen im Spital behandelt werden müssen. Ausserdem benötigen laut dem Lagebericht derzeit mehr Personen unter 64 Jahren Spitalpflege als ältere Personen. Die Belastung für das Pflegepersonal ist in den Spitälern in den letzten Wochen stark gestiegen, heisst es von der soH. Und weiter:

«Bei den Fachkräften stösst die Tatsache, dass nahezu alle Covid-Patienten ungeimpft sind, teils auf Unverständnis.»

Das professionelle Arbeiten stehe indes im Vordergrund: «Alle Patientinnen und Patienten werden unabhängig vom Krankheitsbild professionell behandelt und gepflegt.»

Aktuell ist rund 52 Prozent der Bevölkerung im Kanton geimpft. Diese Impfquote muss rasch steigen, um eine Überlastung der Spitäler im Herbst zu verhindern. Um die Impfung weiter zu steigern, will der Kanton Angebote wie Walk-Ins ausbauen und vermehrt auf mobile Impfteams setzen. In der nächsten Woche sollen laut dem Fachstab Pandemie mehr Informationen dazu bekannt gegeben werden.

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