Theo meckert
Oskar meckert auch

Die Wahlen im Wallis haben gezeigt: Das Volk lässt sich nicht so einfach etwas vormachen, auch nicht von Oskar Freysinger.

Theodor Eckert
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Oskar Freysinger (archiv)

Oskar Freysinger (archiv)

Keystone/OLIVIER MAIRE

In der SVP hat es durchaus flotte Froue und Manne. Die Partei zieht gleichzeitig auffällig viele unorthodoxe Bürgerinnen und Bürger an. So etwa Unbedarfte, Polterer oder solche, die gerne provozieren. Und die Aufstiegschancen in dieser Partei sind beachtlich. Sie trifft den Nerv der Bevölkerung zuweilen ganz gut. Entsprechend zahlreich ist die Schweizerische Volkspartei in den Parlamenten vertreten. Das weckt natürlich weitere Begehrlichkeiten. Nach Regierungsposten zum Beispiel.

Krethi und Plethi eignen sich dafür zwar nicht, aber es kann schon vorkommen, dass es SVP-Mitglieder in eine Kantonsregierung schaffen. Oskar Freysinger ist so ein Fall. Der hat 2013 das Wallis richtiggehend verzückt und ist glanzvoll gewählt worden. Nun, als Exekutivmitglied ist lafere zwar erlaubt, viel wichtiger ist jedoch liefere. Allzu überzeugend war die Leistung wohl nicht, die der Rossschwanzträger in den vergangenen vier Jahren an den Tag legte. Wahltag ist immer noch Zahltag und der jedenfalls fiel am vergangenen Wochenende äussert mickrig aus.

Uns Solothurner müsste es eigentlich nicht übermässig jucken, was im Tal der Rhone abgeht. Andererseits schauen wir erstens gerne über den Tellerrand hinaus und zweites wählen wir am kommenden Wochenende ebenfalls die Kantonsregierung. Können wir also von den Wallisern etwas lernen oder gar von Oskar Freysinger selber?

Der SVP-Mann konstatierte immerhin nach der Ohrfeige des Wahlvolkes lapidar: Das Wallis ist kein Trump-Land. Allein für diese Erkenntnis hätte man allerdings keine Wahl durchführen müssen. Deshalb schon heute, in völliger Unkenntnis der Ergebnisse vom 12. März: Der Kanton Solothurn ist weder ein Trump- noch ein Putin-Land. Nur damit es festgehalten ist, falls es auch bei uns Aspiranten geben sollte, welche die Allüren der beiden Herren in Washington und Moskau weiterhin nur allzu gerne übernehmen würden.

Übrigens, Freysinger hat nach dem Tiefschlag von einer üblen Kampagne gesprochen. Falsch, Herr Noch-Staatsrat, das Volk lässt sich nicht so leicht ein X für ein U vormachen. Aber Recht hat es immer – haben wir von Ihrer Partei gelernt.

theodor.eckert@azmedien.ch