Nachwuchs
Organisatorin: «Die Kulisse in Solothurn wird sicher toll für den Jungschwingertag»

Sarah Lisser ist im Solothurner Kantonalen Schwingerverband zuständig für die Nachwuchsschwinger. Sie freut sich auf den Jungschwingertag vom 29. April in Solothurn.

Rahel Meier
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Sarah Lisser, hier im Einsatz am Kantonalen Nachwuchsschwingertag 2017 in Egerkingen.

Sarah Lisser, hier im Einsatz am Kantonalen Nachwuchsschwingertag 2017 in Egerkingen.

Zur Verfügung gestellt

Rund 20 Samstage oder Sonntage im Jahr verbringt Sarah Lisser auf einem Schwingplatz. Die 32-jährige Finanzverwalterin aus Mümliswil-Ramiswil ist im Solothurner Kantonalen Schwingerverband zuständig für die Nachwuchsschwinger. Deshalb hat sie auch Einsitz im Organisationskomitee des Jungschwingertages, der am 29. April auf der Chantierwiese in Solothurn stattfindet.

Wie sie zum männerdominierten Schwingsport kam? «Zwei meiner Cousins und mein jüngerer Bruder haben im Schwingklub Mümliswil-Ramiswil geschwungen und einer ist immer noch Aktivschwinger. So übernahm ich eines Tages das Aktuariat im Verein und 2015 dann das Präsidium», erklärt sie. Dass sie im Kantonalverband den Bereich der Nachwuchsschwinger übernommen hat, war ein Blitzentscheid. «Zwei Tage vor der Generalversammlung wurde ich angefragt, ob ich das machen möchte und da habe ich spontan Ja gesagt.»

Auch wenn das Schwingen eine Männerdomäne ist, fühlt sich Sarah Lisser wohl auf dem Schwingplatz. «Ich wurde überall gut aufgenommen, bin akzeptiert und werde unterstützt, wenn das nötig ist.» Das gelte sowohl für die Aktivitäten im Schwingklub Mümliswil-Ramiswil selbst, als auch in den kantonalen und den nordwestschweizerischen Gremien.

Nur mit Lizenz

Am Jungschwingertag in Solothurn starten rund 250 jugendliche Schwinger aus der ganzen Nordwestschweiz. 30 Startplätze sind für den Gastklub Herzogenbuchsee reserviert. «Ab dem 8. Altersjahr kann man bei einem Jungschwingertag starten. Man muss allerdings Mitglied in einem Schwingklub sein, eine Lizenz haben und demzufolge versichert sein.» Unfälle und Verletzungen seien zwar selten, aber im Ring könne halt schon etwas passieren. Die Schwinger treten in fünf Kategorien an, immer zwei Jahrgänge schwingen gegeneinander. Geschwungen wird im Übrigen nach den exakt gleichen Regeln wie bei den Aktiven.

Wozu braucht es einen Jungschwingertag? «Auch die Jungen sollen ihr Können in einem Wettkampf unter Beweis stellen können», meint Sarah Lisser. «Die Jungen lernen viel aus Fehlern, die sie im Wettkampf machen und können im Training auf diese eingehen. Sie lernen auch, mit Sieg und Niederlage umzugehen.» Die Wettkampferfahrung sei ungemein wichtig. Man lerne seine Gegner kennen, studiere ihre Art zu schwingen. «Manchmal treffen die jungen Schwinger mehrmals im Jahr auf den gleichen Gegner und dann können sie das Gelernte anwenden.»

Während eines Wettkampfes werde auch der Teamgeist gestärkt, denn im Schwingsport spiele das Vereinsleben eine grosse Rolle. «Oft ergeben sich neue Freundschaften unter den Jungschwingern.» Die Stimmung auf einem Schwingplatz sei zudem komplett anders, als beim Training im Schwingkeller. «Die Jugendlichen müssen lernen damit umzugehen, dass ihre Eltern, Grosseltern oder Geschwister bei einem Kampf zusehen.»

Bis zu 15 Anlässe

Ein Jungschwinger nehme pro Jahr an bis zu 15 Anlässen teil. Dies seien in erster Linie Anlässe innerhalb der Region Nordwestschweiz, aber es gebe es auch, dass andere Sektionen Jungschwinger einladen. Nicht jeder gute Jungschwinger wird später auch bei den Aktiven den Durchbruch schaffen.

«Der Übertritt nach dem 15. Altersjahr ist nicht für alle gleich einfach», weiss Sarah Lisser. «Einige beginnen eine Lehre, sie entdecken den Ausgang oder haben die erste Freundin.» Die Gründe seien vielfältig. Auch die körperliche Entwicklung spiele eine Rolle. Ein Schwinger der nur gross und schwer ist, kann ohne Technik seine Gegner nicht bezwingen. «Aber es ist sicherlich von Vorteil, eine gewisse Körperstatur mitzubringen.»

Mädchen, die schwingen

Es gibt übrigens im Kanton Solothurn durchaus auch Mädchen, die schwingen. Sie sind aber in der Minderheit. «Das Interesse der Mädchen an einem Prinzenschwingen mitzumachen, ist aber immer gross», so Lisser. An diesen dürfen nur Kinder teilnehmen, die nicht lizenziert sind und das Schwingen einmal unter richtigen Bedingungen ausprobieren möchten.

Fussball – die zweite Liebe

Am Jungschwingertag auf der Chantierwiese in Solothurn wird gleichzeitig in fünf verschiedenen Ringen geschwungen. «Auf der Chantierwiese haben die Zuschauer sicher eine ganz tolle Kulisse.» An einem Jungschwingertag sei die Stimmung ähnlich wie an einem Schwingfest der Aktiven. Wer interessiert sei an Nachwuchssport werde sicher spannende Kämpfe sehen. Ein Speaker erkläre zudem immer wieder Spezialitäten des Schwingsportes.

Und was macht Sarah Lisser, wenn sie nicht auf dem Schwingplatz steht? Dann frönt sie häufig einer weiteren sportlichen Leidenschaft: dem Fussball. Ihr Partner spielt Fussball in der Challenge League. «Wann immer möglich besuche ich deshalb seine Spiele und unterstütze ihn so.»

Jungschwingertag, 29. April, Chantierwiese Solothurn. Wettkampfstart um 9 Uhr.

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