Umbau
Organisationen stellen zwei Forderungen an die neuen Kurhaus-Besitzer

Widerstand gab es bisher nicht gegen den geplanten Neubau auf dem Berg. Doch zwei Organisationen nutzten die Möglichkeit einer ersten Stellungnahme. Sie stellen zwei Forderungen.

Lucien Fluri
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Die neuen Besitzer des Kurhauses planen, einen Glaskubus für bis zu 800 Gäste und ein Selbstbedienungsrestaurant ans historische Gebäude anzubauen.

Die neuen Besitzer des Kurhauses planen, einen Glaskubus für bis zu 800 Gäste und ein Selbstbedienungsrestaurant ans historische Gebäude anzubauen.

Das Neubauprojekt auf dem Weissenstein gefällt der Solothurner Bevölkerung offenbar. Zumindest hat es bisher noch keinen wirklichen Widerstand ausgelöst. Bis am Freitag lief eine kleine Vernehmlassung des Amtes für Raumplanung.

Dessen Chef, Bernard Staub, hat gerade einmal zwei Stellungnahmen zum Projekt erhalten. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass noch bis Dienstag Stellungnahmen auf dem Postweg eingehen.

Gemeldet hat sich der Vogelschutzverband. Dieser macht darauf aufmerksam, dass die Glasfassade des Neubaus zur Todesfalle für Vögel werden könnte. Staubs Team wird nun einen Bericht ausarbeiten, in dem der genannte Aspekt eingebracht wird. Architekt Urs Lüdi hatte an der Informationsveranstaltung im März betont, dass über die genaue «Materialisierung» des Neubaus noch nicht entschieden sei.

Im März 2016 werden die neuen Pläne fürs Kurhaus Weissenstein vorgestellt. So soll das Kurhaus aussehen.
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Die Besitzer möchten neben dem Osttrakt des historischen Gebäudes ein Selbstbedienungsrestaurant und einen Glaskubus für Grossanlässe bauen.
An den Ostflügel wird ein gläserner Neubau mit Selbstbedienungsrestaurant und Saal für 800 Personen angebaut. Dafür wird der bisherige Anbau abgerissen.
Tom Umiker informiert über die neuen Pläne.
Dem Kurhaus soll zu neuem Glanz verholfen werden.
Urs Hoffmann, Arabelle und Tom Umiker sowie Hansueli Schläppi mit dem Modell des neuen Kurhaus Weissenstein.
Der Erlebnisspielplatz wird vor allem Familien anziehen.

Im März 2016 werden die neuen Pläne fürs Kurhaus Weissenstein vorgestellt. So soll das Kurhaus aussehen.

zvg

Gemeldet hat sich auch die Stiftung Ökumenische Bergkapelle Weissenstein. Sie fordert, dass die Auflage gemacht wird, dass der nordseitige Zugang zur Kapelle jederzeit offen und zugänglich bleibt.

Einsprachen später möglich

Als Nächstes steht nun der Gestaltungsplan an. Laut dem ambitionierten Zeitplan der Projekt-Initianten soll dieser bereits im Juni aufliegen. Im Herbst soll das Baugesuch eingereicht werden, damit im Frühling 2017 mit dem Umbau begonnen werden kann. «An uns wird es nicht liegen», sagt Staub. Vorliegen muss beim Baugesuch allerdings noch ein Finanzierungsnachweis.

Nagelprobe, ob das Projekt auf Widerstand stösst, wird erst sein, wenn der Gestaltungsplan aufliegt oder letztlich die Baubewilligung eingereicht ist. In beiden Fällen können Einsprachen gemacht werden, die den Zeitplan durchkreuzen.

Neueröffnung des sanierten und um einen Glaspavillon erweiterten Kurhauses soll im Herbst 2018 sein. Für Berggänger soll die Gastwirtschaft in dieser Zeit immer offen sein.

Das Projekt der vier neuen Besitzer, die das Kurhaus vor gut einem Jahr der Solothurner Regiobank abgekauft hatten, sieht einen Glasneubau für bis zu 800 Personen vor, ein neues Selbstbedienungsrestaurant, die Verdoppelung der heute rund 25 Hotelzimmer und einen grossen Naturspielplatz vor dem Haus.