Solarenergie
Optima Solar: «Solothurner Modell» soll national Schule machen

Die Solar-Genossenschaft Optima-Solar gründet nach starkem Wachstum einen Dachverbund. Die Solothurner wollen anderen Genossenschaften ihr Konzept zur Verfügung stellen. In Bern und Neuenburg sind bereits zwei Neugründungen entstanden.

Franz Schaible
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Sie haben den Genossenschaftsbund Optima Solar Schweiz gegründet (v.l.): Urs Bill, Daniel Klaus, Paul Althaus, Claude Fleischer, Peter Morf, Darius Mechatz, Brigit Wyss (Präsidentin), Alain Sandoz, Doris Füeg, Niklaus Bolliger, Sibylle Berberat und Max Bobst (Geschäftsführer).

Sie haben den Genossenschaftsbund Optima Solar Schweiz gegründet (v.l.): Urs Bill, Daniel Klaus, Paul Althaus, Claude Fleischer, Peter Morf, Darius Mechatz, Brigit Wyss (Präsidentin), Alain Sandoz, Doris Füeg, Niklaus Bolliger, Sibylle Berberat und Max Bobst (Geschäftsführer).

Zur Verfügung gestellt

Die erst vor zweieinhalb Jahren gegründete Solar-Genossenschaft Optima Solar wächst rasant. Inzwischen zählt die Solothurner Organisation rund 570 Genossenschafterinnen und Genossenschafter, die für insgesamt 3,7 Millionen Franken Anteilscheine gezeichnet und einbezahlt haben, wie Mitgründer und Präsident Max Bobst erklärt.

Mit den investierten Geldern seien aktuell 14 Fotovoltaik-Anlagen errichtet und in Betrieb genommen worden. Im laufenden Jahr würden rund 810 000 Kilowattstunden «sauberer Solarstrom» produziert. Dies entspreche dem Bedarf von 200 Haushalten. Für 2014 prognostiziert Bobst die Produktion von 1,5 Gigawattstunden. «Optima Solar hat sich in kurzer Zeit - gemessen an Genossenschafter und Kapital - zur grössten Solargenossenschaft der Schweiz entwickelt.»

Neu in Neuenburg und in Bern

Das «Solothurner» Modell zur Förderung der Solarenergie soll jetzt Schule machen - und zwar landesweit. Anderen regionalen Genossenschaften wollen die Solothurner das Know-how, die Marke und das Marketingkonzept zur Verfügung stellen. «Potenzielle neue Genossenschaften müssen das Rad nicht neu erfinden und können sofort mit Projekten loslegen», erläutert Max Bobst die Strategie.

So funktioniert es

Wer nicht über das geeignete Dach oder genügend Geld für eine Fotovoltaikanlage verfügt, kann Anteilscheine der Genossenschaft zu 1000 Franken zeichnen. Damit werden Solaranlagen finanziert. Jeder Genossenschafter wird so zum Solarstrom-Produzenten. Ab dem dritten Jahr wird das Kapital mit 2 Prozent verzinst. Der Genossenschafter kann, muss aber nicht, den Ökostrom zu einem Aufpreis von 19,5 Rappen pro Kilowattstunde über Optima Solar beziehen. Heute zählt die Genossenschaft 150 Kunden. Die Dachbesitzer werden mit Genossenschaftsanteilen entschädigt. (FS)

Zwei neue Genossenschaften - «Lacs et Jura» in Neuenburg und «Worblental» in Bern - seien bereits gegründet worden. Die neuen Genossenschaften seien rechtlich eigenständig, treten aber unter der Marke «Optima Solar» auf. Drei weitere Neugründungen seien in der Warteschlaufe.

Eingebunden in Dachverbund

Angesichts des Wachstums gehen die Solarförderinnen und -förderer nun noch einen Schritt weiter. Diese Woche wurde in Solothurn der Genossenschaftsbund Optima Solar Schweiz aus der Taufe gehoben, der den eigenständigen Genossenschaften gehört. Der Dachverbund übernehme die gemeinsame Verwaltung und Koordination. Dadurch könnten Kosten gespart werden.

«Zudem nimmt der Bund die Marketingverantwortung für alle angeschlossenen Genossenschaften wahr», erläutert Bobst weiter. Wichtig sei die Mitbestimmung. So seien alle Genossenschaften, gemessen an ihrer Grösse, mit Delegierten im Bund vertreten, um so die Interessen der jeweiligen Genossenschaft wahren zu können.

Brigit Wyss ist erste Präsidentin

Ziel sei, künftig auch nationale Projekte zur Förderung der Solarenergie anzugehen. «Mittelfristig soll das Modell Optima Solar auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Dazu braucht es auch ein gewisses politisches Gewicht.»

Als erste Präsidentin des Genossenschaftsbundes wurde Brigit Wyss gewählt. Sie vertritt die Grünen im Kantonsparlament und im Stadtsolothurner Gemeinderat. Ab Anfang 2014 wird Max Bobst als Geschäftsführer den Aufbau des Bundes leiten.