Solargenossenschaft
Optima-Solar baut weitere Solarkraftwerke in der Region Solothurn

Der Solothurner Optima-Solar-Präsident Max Bobst zeigt sich zufrieden mit dem im vergangenen August in Ichertswil eröffnete Solarkraftwerk. Nun baut die Solargenossenschaft weitere Kraftwerke in der Region.

Andreas Toggweiler
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Reichlich Dachflächen für Solarproduktion: Rosegghof in Solothurn.

Reichlich Dachflächen für Solarproduktion: Rosegghof in Solothurn.

Zur Verfügung gestellt

Optima-Solar-Präsident Max Bobst (Solothurn) ist zufrieden. Das im vergangenen August in Ichertswil eröffnete Solarkraftwerk hat bis Ende 2011 fast 16000 Kilowattstunden Strom produziert, 7,3 Prozent mehr als erwartet. Auch die vergangene, sonnige Märzwoche brachte die Elektronen in den Panels auf Trab, wenn auch aufgrund des noch flachen Sonnenstands erst gut die Hälfte der Maximalleistung von 60 kWp erreicht wird.

Noch mehr freut sich Bobst aber darüber, dass bald die nächsten Genossenschaftsanlagen ans Netz gehen: auf dem Dach des Ökonomiegebäudes des Bauernbetriebs Aarhof in Bellach und auf dem Rosegghof in Solothurn. Dort soll am kommenden Wochenende auch ein erster grosser Solar-Event mit Ausstellung und Fachvorträgen über die Bühne gehen (vgl. Kasten).

Anteilscheine sollen mit 2 Prozent verzinst werden

Mit dem Genossenschaftsmodell können Investoren ohne geeignete eigene Dachflächen direkt in die Solarstromherstellung investieren. Die Anteilscheine à 1000 Fr. sollen ab dem 3. Betriebsjahr auch mit 2 Prozent verzinst werden. «So kann jeder, der möchte, Solarstromproduzent werden», erklärt Bobst. Die Dachbesitzer, meist Bauern oder KMU, werden für die Nutzung des Daches mit Genossenschaftsanteilen entschädigt.

Noch bevor das Solardach auf dem Solothurner Bio-Bauernhof gebaut ist, plant die Genossenschaft jetzt bereits eine zweite Anlage auf dem Rosegghof, wie Bobst erklärt. Mit der Reithalle und einem weiteren Gebäude stehen dafür noch Dachflächen zur Verfügung. Als Patronatspartner für «Rosegghof II» konnte die Solargenossenschaft den WWF Kanton Solothurn gewinnen. «Mit rund 6500 Mitgliedern im Kanton wird das ein starker Vertriebspartner», sagt Bobst.

Die WWF-Anlage soll über eine installierte Leistung von 108 kWp verfügen und jährlich 108000 kWh Solarstrom produzieren. Von den Kosten im Umfang von 350000 Franken seien bereits 57000 Franken finanziert, d. h. eine entsprechende Anzahl Anteilscheine gezeichnet.

Solothurner Sektion hat 20 Anteilscheine

Michael Ochsenbein , Präsident des WWF Kanton Solothurn, bestätigt, dass die Solothurner Sektion 20 Anteilscheine gezeichnet hat und die Solaranlage im WWF-Magazin bekannt machen wird. «Der WWF unterstützt die Strategie des Bundesrates zum Ausstieg aus der Atomenergie. Damit ist klar, dass wir uns auch für umweltfreundliche Technologien einsetzen, um einen Teil dieses Stromes ersetzen zu können», so Ochsenbein.

Bereits voll finanziert ist eine kleinere Anlage in Hessigkofen. Auf dem Dach eines Betriebsgebäudes von Biobauer Niklaus Bolliger wird eine 23kW-Anlage für 112000 Franken errichtet. Bald ausverkauft sind die Anlage in Bellach (96%) und die erste Tranche auf dem Rosegghof (78%). Im Planungsstadium befinden sich weitere 3 Kraftwerke mit einer kumulierten Leistung von 273 kWp.

Am 13. März wurde das 100. Mitglied in die am 26. Mai 2011 gegründete Genossenschaft aufgenommen, inzwischen sind es laut Bobst 116. Das gezeichnete Kapital beträgt 826000 Franken. «Wir gehen davon aus, dass wir Ende Jahr mindestens 582 Kilowatt installierte Leistung haben», sagt Bobst. Das würde eine Jahresproduktion von 565000 kWh ergeben oder Strom für insgesamt 125 Haushalte.

Der Vorstand soll verstärkt werden

Das Wachstum zieht eine Mehrbelastung des vierköpfigen Vorstandes nach sich, der ehrenamtlich arbeitet. «Wir stossen allmählich an die Grenzen unserer administrativen Kapazitäten», erklärt Bobst. Auf die Generalversammlung von 2. Juni hin soll deshalb der Vorstand verstärkt und ein Ressortsystem eingeführt werden. Neu dabei sind Barbara Lampart (Solothurn, Finanzen und Buchhaltung), Patrick Lischer (Hessigkofen, Projektleiter Patronat), Stefan Batzli (Solothurn, Marketing und Werbung) sowie Rudolf Peterzelka (Solothurn, Administration Ökostromverkauf).